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/ 17.06.2013
Susanne Pernicka

Wem gehören die Gene? Patente auf Leben für ein neues Wachstumsregime

Hamburg: Argument 2001 (Argument Sonderband N.F. 285); 188 S.; 17,90 €; ISBN 3-88619-285-7
Über 10 Jahre wurde in der Europäischen Union kontrovers zwischen Befürwortern und Kritikern einer Patentierung von Leben gestritten. 1995 wurde eine innerhalb der Europäischen Union diskutierte Richtlinie über die Erteilung privater Schutzrechte auf menschliche, tierische und pflanzliche Gene durch den Einspruch des Europäischen Parlaments zu Fall gebracht. Mit dem Hinweis auf ethische Bedenken - insbesondere mit Blick auf die Problematik der Patentierbarkeit von Teilen des menschlichen Körpers - wiesen die Mitglieder des Parlaments die Richtlinie zurück und trafen damit eine historische Entscheidung: Erstmalig in seiner Geschichte nutzte das Parlament seine Mitentscheidungsrechte während eines Rechtsetzungsverfahrens in der Gemeinschaft und lehnte eine Richtlinie gegen den Willen von Ministerrat und Kommission ab. 1998 kam es dann doch zur Verabschiedung einer Europäischen Richtlinie über den patentrechtlichen Schutz für gentechnische Erfindungen. Mit Bezug auf die politökonomische Regulationstheorie zeichnet die Autorin diese politischen Prozesse nach. Das Buch entstand zwischen 1998 und 2001 im Rahmen einer postgradualen, politikwissenschaftlichen Ausbildung am Institut für Höhere Studien in Wien. Inhaltsübersicht: 1. Die Kommodifizierung des Lebens im Kontext sozioökonomischen und technologischen Wandels; 2. Wirtschaftliche und rechtliche Erklärungsfaktoren für eine Legitimierung von Patenten auf Gene; 3. Die Entstehung der Europäischen Richtlinie über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen (1988-1998).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.52.263 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Susanne Pernicka: Wem gehören die Gene? Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16113-wem-gehoeren-die-gene_18465, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18465 Rezension drucken
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