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/ 11.06.2013
Arno Surminski

Versicherung unterm Hakenkreuz

Berlin: Ullstein 1999; 270 S.; 16,90 DM; ISBN 3-548-35949-3
Allzu lange war auch bei den Versicherungsunternehmen die NS-Zeit und ihre Rolle in dieser kein Thema. Umso erfreulicher, dass dieses Buch aus einer Artikelserie der "Zeitschrift für Versicherungswesen" - erweitert und ergänzt - hervorgegangen ist: "Es ist der Versuch, in möglichst objektiver Weise zu schildern, was gewesen ist. Dabei soll auch das berücksichtigt werden, was die Nachgeborenen so schwer verstehen können, nämlich die zwanghafte Einbindung aller Beteiligten in den damaligen Zeitgeist und die Alternativlosigkeit ihres Handelns" (10 f). Der Autor zieht das Resümee: "Die deutschen Versicherungsunternehmen haben sich in der NS-Zeit nicht besser oder schlechter verhalten als die Unternehmen anderer Wirtschaftsbranchen. Da sie mit einem geistigen Produkt, einer unsichtbaren Ware handelten, blieb es ihnen erspart, Kriegsgefangene und Fremdarbeiter einzusetzen oder Zyklon B zu produzieren" (267). Inhaltsübersicht: Die vergessenen zwölf Jahre; Vor der Machtergreifung; Der Geist weht rechts; Die Gleichschaltung; An der Spitze; Das Versicherungsimperium der Arbeitsfront; Die öffentlich-rechtlichen Versicherer; Größe um der Größe willen; Die Arisierung; Die Gefolgschaft; Juden als Versicherungsnehmer; Als die Synagogen brannten; "Ab 1933 ging es aufwärts"; Kapital für Rüstung und Krieg; Eine machtvolle Außenorganisation; Über die Grenzen; Der Kaufmann folgt der Fahne; Versicherungsaufsicht im NS-Staat; Die Zeit danach.
Heinz-Werner Höffken (Hö)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.352.312 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Arno Surminski: Versicherung unterm Hakenkreuz Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11209-versicherung-unterm-hakenkreuz_13265, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 13265 Rezension drucken
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