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/ 07.08.2014
Martin Schiefelbusch

Trains across borders. Comparative studies on international cooperation in railway development. Integration von Infrastrukturen in Europa im historischen Vergleich. Band 4: Eisenbahn

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2013 (Schriftenreihe des Instituts für Europäische Regionalforschungen 19); 303 S.; 54,- €; ISBN 978-3-8487-0855-0
Das Buch ist der vierte Band des DFG‑geförderten Projektes „Integration von Infrastrukturen in Europa vor dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg im Vergleich“ und untersucht die internationale Entwicklung des Eisenbahnsystems anhand ausgewählter Fallbeispiele. Dafür nutzt Martin Schiefelbusch dieselben Analysekriterien wie die bereits veröffentlichten Teilprojekte (die Erarbeitung der Begriffe und Kriterien wird in Buch‑Nr. 44380 geleistet). Das Buch unterscheidet sich von den Analysen zur Entwicklung des Post‑ und Fernmeldewesens (siehe Buch‑Nr. 44232) sowie des Telefons (siehe Buch‑Nr. 44097) dahingehend, dass Schiefelbusch keine eigentliche Monografie geschrieben hat, sondern mit diesem Band eine Aufsatzsammlung vorlegt. Am Ende des Bandes liefert Christian Henrich‑Franke eine kurze analytische Zusammenschau der einzelnen Fallstudien. Durch die Auswertung von zwischen 1878 und 1914 veröffentlichten Zeitungs‑ und Journalartikeln versucht Schiefelbusch am Anfang seines Buches die „Vision“ von der Passagierbeförderung herauszuschälen, die die Eisenbahnindustrie mit der Internationalisierung verfolgte. Wie sich herausstellt, gab es keine „fertige“ Vorstellung, sondern sie entwickelte sich erst zögerlich im Zuge des immer weiter fortschreitenden Schienenbaus. In der außerdem von Schiefelbusch in den Blick genommenen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg konstatiert er zwar deutlich mehr Gespräche über ein gemeinsames Ziel, aber eine umfassende europäische Vision konnte sich laut seiner Analyse nicht etablieren. In den zwei folgenden Kapiteln widmet sich der Autor seinen Fallstudien. Kapitel 3 hat die Implementierung der internationalen Infrastrukturprojekte Gotthardbahn und Vogelfluglinie zum Gegenstand. Hier kann er mehrere Gemeinsamkeiten feststellen, so unter anderem einen Einfluss der örtlichen Gegebenheiten, die Dominanz bilateraler Vereinbarungen, die rückwirkende Finanzierung des Baus über Nutzungsgebühren sowie unklare Formulierungen in den Übereinkünften. In Kapitel 4 analysieren Martin Schiefelbusch und Sonja Ziener das flexible Reisen über nationale Grenzen hinweg anhand des vom Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen angebotenen Fahrscheinheftes sowie des von der International Union of Railways entwickelten Interrail‑Passes.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.612.263 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Martin Schiefelbusch: Trains across borders. Comparative studies on international cooperation in railway development. Baden-Baden: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37374-trains-across-borders-comparative-studies-on-international-cooperation-in-railway-development_45305, veröffentlicht am 07.08.2014. Buch-Nr.: 45305 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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