/ 05.06.2013
Dietmar Herz
Thomas Morus zur Einführung
Hamburg: Junius 1999 (Zur Einführung 201); 185 S.; brosch., 24,80 DM; ISBN 3-88506-301-8Die Studie konzentriert sich auf den politischen Denker Morus, der vor allem durch sein epochenmachendes Werk "Utopia" und die weniger bekannte "Geschichte König Richard III." in die politische Ideengeschichte eingegangen ist. Als politischer Denker ist Morus vom Übergang in die Moderne geprägt: Als Konservativer blieb er dem Mittelalter verhaftet und blickte beängstigt auf den Verfall der klerikal stabilisierten alten Ordnung. Zugleich ist Morus ein Mensch der beginnenden Neuzeit, der mit Macchiavelli zu den Begründern der modernen Staatslehre gezählt wird, weil er die zentralen Themen der Politik: Eigentumsordnung, Recht, Strafe, Krieg und Frieden in seinen Schriften behandelt. In seinem Hauptwerk "Utopia" verbinden sich diese beiden Ausrichtungen: Das Ideal des klösterlichen Lebens wird in eine Staatsform transformiert, in der "jeder Emotionen enthoben, das Zusammenleben der Menschen zu ihrem Besten" (9) geregelt wird. Die Einführung in das Werk Thomas Morus' greift bei der Interpretation systematisch auf die Biographie des humanistischen Denkers zurück, weil bei Morus stärker als gewöhnlich Leben und Werk aufs engste miteinander verknüpft seien.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.31
Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Dietmar Herz: Thomas Morus zur Einführung Hamburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8119-thomas-morus-zur-einfuehrung_10727, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10727
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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