Skip to main content
/ 04.06.2013
Birger P. Priddat

Theologie, Ökonomie, Macht. Eine Rekonstruktion der Ökonomie John Lockes

Marburg: Metropolis-Verlag 1998 (Ökonomische Essays 8); 140 S.; 29,80 DM; ISBN 3-89518-182-X
In dieser Erweiterung eines Aufsatzes aus dem Jahre 1993 geht es Priddat darum, Lockes Ökonomie und seine politische Theorie zusammenzulegen, "um einen synthetischen Kern herauszufiltern, den ich als theologisch bezeichne" (7). Dazu setzt er am ersten Treatise und Lockes Widerlegung von Filmer an. Hier sieht Priddat Locke durchaus im Widerspruch zur orthodoxen Theologie der damaligen Zeit, was jedoch nicht heiße, daß er auf theologische Argumente wie beispielsweise den Schöpfungsauftrag verzichte. Dieses Argument ist für Priddat in Fortführung von Gedanken bei Dunn und Cranston eine zentrale Interpretationshilfe für Lockes Werk: "Die Einsicht in die Schlußfolgerungen des Lockeschen Naturrechts wie seiner Verfassungslehre hängt ganz davon ab, ob der Leser die theologische Interpretation der aktiven Schöpfungsteilnahme aller Menschen teilt." (18) In einer darauf aufbauenden Auslegung des Property-Begriffs bei Locke kommt Priddat dann zu dem Schluß, daß Locke mehr eine Oligarchie als eine Demokratie begründe, wenngleich der "Übergang zur Idee einer demokratischen Verfassung [...] fließend" (25) sei. Ähnlich schwer dürfte wohl auch die Trennlinie zwischen (christlich)-naturrechtlicher Argumentation und eigentlich theologischen Argumenten zu ziehen sein.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 5.32 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Birger P. Priddat: Theologie, Ökonomie, Macht. Marburg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5959-theologie-oekonomie-macht_8108, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8108 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA