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/ 18.06.2013
Christian Schuldt

Systemtheorie

Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2003 (Wissen 3000); 95 S.; brosch., 8,60 €; ISBN 3-434-46184-1
Handelt es sich bei der Systemtheorie Luhmanns um „eine Art intellektuelles Glasperlenspiel" (59), wie einige Kritiker meinen, oder um eine „Supertheorie" (91), die auch in Zukunft für „fruchtbare Forschungen" (92) sorgen wird? Der Autor jedenfalls ist von den Möglichkeiten der Systemtheorie begeistert. So verständlich wie möglich versucht Schuldt, das Labyrinth dieser Theorie zu erklären - was nicht gerade einfach ist, trägt sie sich doch „wie Münchhausen am Schopfe ihrer eigenen Terminologie" (16). Immerhin gelingt es dem Autor, wie beabsichtigt, keine „Light-Version" vorzustellen, sondern ausgehend von der zentralen Frage „Wie ist soziale Ordnung möglich?" (11) die wichtigsten Annahmen dieser Theorie aufzuzeigen. Auch wenn Luhmann vor allem beobachten wollte, wie sich die Gesellschaft beobachtet, lässt sich die Theorie doch auch auf andere - zugegeben nicht unbedingt politikwissenschaftliche, dafür aber anschauliche - Bereiche anwenden: „Unter Luhmann'scher Optik ist Liebe also kein Gefühl, sondern ein Kommunikationscode, nach dessen Regeln man Gefühle ausdrücken kann." (74) Inhaltsübersicht: Wer hat Angst vor Niklas Luhmann?; Das Wunderland der Selbstreferenz; Systemtheorie: Grundriss eines Labyrinths; Kommunikation: Baustein der Gesellschaft; Beobachtung: Ich sehe was, was du nicht siehst; Kontrahenten und Verbündete; Niklas Luhmann: Der Herr der Systeme; Praktisch: Eine Theorie für alle Fälle.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.46 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Christian Schuldt: Systemtheorie Hamburg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18914-systemtheorie_21944, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21944 Rezension drucken
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