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/ 11.06.2013
Rolf Gröschner / Claus Dierksmeier / Michael Henkel / Alexander Wiehart

Rechts- und Staatsphilosophie. Ein dogmenphilosophischer Dialog

Berlin u. a.: Springer 2000; 333 S.; brosch., 42,- DM; ISBN 3-540-64628-0
Dem anspruchsvollen Titel entspricht ein anspruchsvolles Verfahren: Vier Gesprächsteilnehmer - ein Jurist, zwei Philosophen, ein Politikwissenschaftler - wollen im Dialog miteinander die grundlegenden Positionen der abendländischen Rechts- und Staatsphilosophie vorstellen; sie verstehen sich dabei als Gesprächspartner, die "auf sokratische Weise philosophieren" (1). Höher kann man kaum ansetzen - wie verträgt sich aber die Berufung auf den Dialektiker Sokrates mit dem Vorhaben, eine Dogmenphilosophie zu betreiben? Als "Dogmenphilosophie" wird hier das Verfahren verstanden, den "philosophischen Gehalt" (3) bestimmter Dogmen zu untersuchen. Dogmatik soll also nicht das Vorgehen, sondern den Gegenstand bezeichnen. Andererseits besteht das Ziel dieses Buches aber darin, eine "philosophische Fundierung der freiheitlichen Ordnung des Grundgesetzes" vorzunehmen; diese wird also (dogmatisch?) vorausgesetzt. Zugleich soll es aber nicht um eine "Letztbegründung" von Staat und Recht gehen - auch dies in Berufung auf Sokrates, der nach nichts anderem als der Letztbegründung fragte? So originell das Unterfangen ist, "klassische Lehrbuch/index.php?option=com_content&view=article&id=41317 der Rechts- und Staatsphilosophie" (Vorwort) einmal nicht monologisch, sondern sokratisch-dialogisch abzuhandeln, so sehr nötigt der hohe Anspruch zu sorgfältigem Umgang mit den eigenen Prämissen. Denn die sokratische Prüfung ist zuallererst einmal eines: Selbstprüfung. Inhaltsübersicht: Einführung: Rechts- und Staatsphilosophie im dogmenphilosophischen Dialog; § 1 Platon und das Muster des Staates; § 2 Aristoteles und das Ziel der Gemeinschaft; § 3 Die Römer und die Kunst der Jurisprudenz; § 4 Mittelalterliche Glaubenslehren und das Problem des Naturrechts; § 5 Machiavelli und der Begriff der Macht; § 6 Neuzeitliches Selbstverständnis und die These von der Menschenwürde; § 7 Hobbes und die Autorität des Staates; § 8 Locke und der Schutz von Freiheit und Eigentum; § 9 Rousseau und das Prinzip der Republik; § 10 Kant und die Pflicht zum Recht; § 11 Hegel und die Wirklichkeit der Freiheit; Ausblick: Neuere Strömungen der Rechts- und Staatsphilosophie.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 5.15.35.435.44 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Rolf Gröschner / Claus Dierksmeier / Michael Henkel / Alexander Wiehart: Rechts- und Staatsphilosophie. Berlin u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10745-rechts--und-staatsphilosophie_12705, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12705 Rezension drucken
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