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/ 20.06.2013
Georg Römpp

Platon

Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag 2008 (Uni-Taschenbücher: Profile 3007 [ISBN: 978-3-8252-3007-4]); 118 S.; kart., 9,90 €; ISBN 978-3-412-20088-6
Dieser Einführung in das philosophische Denken Platons stellt Römpp die Aussage voran, dass Platon die ganze europäische Kultur beeinflusst habe, „neben der Philosophie also auch das Denken über Politik, die Wissenschaft, die Kunst und die Erziehung“ (7). Die Gedanken Platons seien der Ausgangspunkt der europäischen Philosophie gewesen, alle folgenden Denker hätten ihre Gedanken gewonnen, indem sie sich mit der Geschichte des Denkens auseinandersetzten. Mit Platon sei der Beginn der Metaphysik anzusetzen, die beanspruche, „ein von der Erfahrung unabhängiges Wissen von der Welt bereit stellen zu können“ (12). In sieben Kapitel wird ein Profil der platonischen Philosophie entworfen, eines der Themen bilden Platons Vorstellungen von Staat und Gerechtigkeit. Römpp grenzt diesen Entwurf eines Experten-, Erziehungs- und Philosophenstaats, der von Popper mit dem nachvollziehbaren Vorwurf des Totalitarismus bedacht wurde, vom heutigen Demokratie-Verständnis scharf ab. Zugleich wird aber darauf hingewiesen, dass Platons Ideen nur im Kontext seiner Konzeption der guten Seele und des übergeordneten Wissens zu verstehen sind. „Eine angemessene Kritik an dieser Staatskonzeption muss sich an dem orientieren, was Platon als Ziel und Ideal vorschwebte“ (99), meint Römpp. Im abschließenden Kapitel positioniert der Autor Kant „als eigentlichen Gegenspieler Platons in der Geschichte der Philosophie“ (105), da dieser im Anschluss an Descartes die Grundlagen des Wissens im Subjekt erkannte. Römpp fragt schließlich kritisch, ob „uns Platon mit seinem Denken also auf einen viele Jahrhunderte währenden Irrweg geführt“ (109) hat. Tatsächlich wüssten wir heute besser Bescheid, wie unsere Erkenntnisfähigkeit funktioniert. Aber dennoch – auch die heutigen Reflexionen seinen vor „einem Horizont“ entstanden, „der zu ganz wesentlichen Teilen aus Platons Gedanken bestand“ (109).
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.31 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Georg Römpp: Platon Köln/Weimar/Wien: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21872-platon_34504, veröffentlicht am 11.09.2008. Buch-Nr.: 34504 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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