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/ 17.06.2013
Stefan Grüner

Paul Reynaud (1878-1966) Biographische Studien zum Liberalismus in Frankreich

München: R. Oldenbourg Verlag 2001 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 48); X, 426 S.; 69,80 €; ISBN 3-486-56523-0
Diss. phil. Regensburg; Gutachter: H. Möller, F. J. Bauer. - Grüner will durch die Darstellung der Biographie eines Politikers liberale Politik in Frankreich zwischen den Weltkriegen in den Blick nehmen. Anhand der Politikbereiche, in denen Reynaud bevorzugt tätig war, sollen seine politischen Auffassungen erschlossen und liberale Reformpolitik charakterisiert werden. Der Autor beschreibt die politische Herkunft des früheren französischen Regierungschefs, seine frühe republikanische Prägung und Praxis, seine parteipolitischen Ansätze vor allem in der Deutschland- und der Finanzpolitik. Am Beispiel ausgewählter Themenfelder werden Reynauds politische Konzepte bis nach 1945 verfolgt und unter den Gesichtspunkten von Kontinuität und Wandel untersucht. Reynaud hat bereits zu Lebzeiten kontroverse Einschätzungen hervorgerufen und Kritik auch aus dem eigenen Lager erfahren. Sein "glückloses Agieren" als Regierungschef und sein Rücktritt 1940, der der Ernennung Pétains zum Ministerpräsidenten den Weg ebnete, "verknüpften seinen Namen in der historischen Forschung mit dem 'tragischsten Moment' der französischen Geschichte. Die katastrophale militärische Niederlage und die daran anschließende, fast widerstandslose Selbstpreisgabe der parlamentarischen Demokratie überschatteten so das politische Lebenswerk eines Mannes, der doch in den zwanziger und dreißiger Jahren als einer der innovativsten, mutigsten und engagiertesten Verfechter der innen- und außenpolitischen Konsolidierung Frankreichs in Erscheinung getreten war." (1) Grüner erarbeitet ein Politikerprofil, das in vielem als paradigmatisch für die noch über den Zweiten Weltkrieg hinaus parteigeschichtlich kaum fassbare rechte Mitte Frankreichs gelten kann. Inhaltsübersicht: II. Der politische Werdegang eines französischen Liberalen: (1878-1966); III. Zur Theorie und Praxis des politischen Liberalismus in Frankreich vor dem Ersten Weltkrieg; IV. Paul Reynaud im Ersten Weltkrieg; V. Grundzüge eine liberalen Deutschlandpolitik in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg; VI. Zwischen "Cartel des Gauches" und "Union nationale" 1924-1928; VII. Nach der Rückkehr ins Parlament 1928-1930; VIII. Die Bewährung in der Regierungsverantwortung: Finanzminister im zweiten Kabinett Tardieu 1930 - Kolonialminister unter Laval 1931/32; IX. Der liberal-konservative Reformer; X. Der Akteur im Überlebenskampf der Dritten Republik; XI. Epilog: Von einer Republik zur anderen. Paul Reynaud nach 1945; XII. Schlußbetrachtung: Paul Reynaud zwischen republikanisch-liberaler Tradition und "Rationalisierung der Politik".
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.612.12.22 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Stefan Grüner: Paul Reynaud (1878-1966) München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15453-paul-reynaud-1878-1966_17597, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17597 Rezension drucken
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