Skip to main content
/ 20.06.2013
Rolf Hosfeld

Operation Nemesis. Die Türkei, Deutschland und der Völkermord an den Armeniern

Köln: Kiepenheuer & Witsch 2005; 351 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-462-03468-5
Zum 90. Jahrestag des türkischen Völkermordes an ca. 1,4 Millionen Armeniern beleuchtet der Journalist Hosfeld die Hintergründe einer Mordserie an den Haupttätern, die von dem geheimen Kommando „Nemesis“ ausgeführt wurde. Trotz des Titels bilden diese Racheakte nur den Rahmen des Buches: Ausgehend vom Berliner Prozess gegen den Attentäter eines der Hauptverantwortlichen zeichnet Hosfeld in packender Weise die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen von den ersten, äußerst grausamen Massakern Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Genozid im Ersten Weltkrieg nach. In dem populärwissenschaftlichen Buch setzt er sich dabei nicht nur mit der Rolle der Türkei, sondern auch mit der des Wilhelminischen Kaiserreichs auseinander. Die detaillierten Schilderungen hinterlassen beim Leser einen nachhaltigen Eindruck von den Ereignissen und den Motiven der Hauptakteure. Es gelingt Hosfeld, die z. T. recht komplizierten und ambivalenten Zusammenhänge in anschaulicher und spannender Form darzustellen. Das Buch ist daher für jeden politisch und geschichtlich Interessierten zu empfehlen, zumal sein Thema wieder stark an Aktualität gewonnen hat.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 4.12.632.3114.412.25 Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Rolf Hosfeld: Operation Nemesis. Köln: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23601-operation-nemesis_27108, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27108 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA