/ 05.06.2013
Peter Goller
Naturrecht, Rechtsphilosophie oder Rechtstheorie? Zur Geschichte der Rechtsphilosophie an Österreichs Universitäten (1848-1945)
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1997 (Rechts- und sozialwissenschaftliche Reihe 18); 403 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-631-32271-2Der umfassende, kenntnis- und materialreich argumentierende Band nimmt die geistig-theoretische Entwicklung der österreichischen Rechtsphilosophie zum Gegenstand. Von naturrechtlichen und organischen Anfängen verfolgt Goller sein Thema über den Positivismus und methodologische Auseinandersetzungen bis zur Kelsenschen Reinen Rechtslehre und ihrer schulmäßigen Umsetzung, Wandlung und kontroversen Diskussion. Dieser Aspekt nimmt denn auch den größten Umfang ein, während demgegenüber die durch die Jahreszahl im Untertitel zu erwartende Betrachtung der nationalsozialistischen Jahre Österreichs sehr knapp ausfällt. Debatten über das Wesen des Rechtes sind auch immer politikwissenschaftlich relevant, und wenigstens Autoren wie Ahrens, Lorenz Stein, Jellinek, Gumplowicz, Spann, Voegelin und natürlich vor allem Kelsen haben auch jenseits juristischer Disziplinen und jenseits der österreichischen Grenzen mit ihren Gedanken befruchtend gewirkt. Für einen guten Teil des betrachteten Zeitraums ist die österreichische intellektuelle Entwicklung ohnehin nicht von der deutschen zu trennen, so daß umgekehrt Gollers Band mit Gewinn auch für entsprechende deutsche Fragestellungen herangezogen werden kann.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.44 | 5.33 | 2.4
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Peter Goller: Naturrecht, Rechtsphilosophie oder Rechtstheorie? Frankfurt a. M. u. a.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7738-naturrecht-rechtsphilosophie-oder-rechtstheorie_10269, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10269
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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