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/ 05.06.2013
Martin Fabel

Kulturpolitisches Controlling. Ziele, Instrumente und Prozesse der Theaterförderung in Berlin

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1998 (Europäische Hochschulschriften: Reihe V, Volks- und Betriebswirtschaft 2383); 382 S.; brosch., 118,- DM; ISBN 3-631-34137-7
Diss. FU Berlin; Erstgutachter: K. Siebenhaar. - Ausgehend von der Darlegung der kulturpolitischen Entwicklung in Deutschland und in Berlin – vom "höfischen Mäzenatentum" hin zu einer fortschreitenden Ökonomisierung der Kulturpolitik - wird die Notwendigkeit für ein kulturpolitisches Controllingkonzept entwickelt. Die desolate öffentliche Haushaltslage und die inkrementalistische und ressourcenbezogene Zuschußfinanzierung führen häufig zu linearen Kürzungen der Budgets im Kulturbereich. Eine ziel- und ergebnisbezogene Finanzausstattung wird dadurch erschwert, daß für die öffentliche Theaterförderung kaum legitimierbare und kulturpolitisch tragfähige Zielsetzungen vorhanden sind. Ein kulturpolitisches Controllingkonzept könnte in diesem Kontext einen Beitrag zur leistungsabhängigen Verbesserung des kulturpolitischen Entscheidungsverhaltens bei der Theaterförderung leisten. Die unkritische Übertragung unternehmerisch geprägter Controllingkonzeptionen auf den Kulturbereich lehnt der Verfasser ab; vielmehr soll das betriebswirtschaftliche Instrumentarium spezifisch für Ziele, Instrumente und Prozesse der Theaterförderung gestaltet werden. Dieses wird basierend auf einer qualitativen Fallstudie zur Kulturpolitik und Theaterförderung in Berlin entfaltet. Die Arbeit ist dem Bereich des Kulturmanagements zuzuordnen und dementsprechend interdisziplinär angelegt. Aus politikwissenschaftlicher Sicht erscheint die Erläuterung der kulturpolitischen Strukturen (Verfassungs-, Institutionen- und Normensystem), Prozesse (Zusammenspiel zwischen den gesellschaftlich Beteiligten) und Inhalte (Aufgabenstellung, Programm und Ergebniswirkungen) von besonderem Interesse. Einen Schwerpunkt bilden wirtschaftswissenschaftliche Aspekte, vor allem die betriebswirtschaftliche Analyse der kulturpolitisch relevanten Prozesse. Zudem wird die Betrachtung um verfassungs-, verwaltungsrechtliche sowie soziologische Dimensionen erweitert. Insofern spricht die Studie einen erweiterten Leserkreis an. Inhaltsübersicht: 2. Grundlagen zur Kulturpolitik; 3. Theorierahmen Controlling; 4. Ziele der Theaterförderung; 5. Instrumente der Theaterförderung; 6. Prozesse der Theaterförderung.
Rolf Ritsert (RR)
Dr., Verwaltungswissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3432.325 Empfohlene Zitierweise: Rolf Ritsert, Rezension zu: Martin Fabel: Kulturpolitisches Controlling. Frankfurt a. M. u. a.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7679-kulturpolitisches-controlling_10189, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10189 Rezension drucken
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