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/ 11.06.2013
John Rawls

Geschichte der politischen Philosophie. Hrsg. von Samuel Freeman. Aus dem Amerikanischen von Joachim Schulte

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2008; 671 S.; geb., 38,- €; ISBN 978-3-518-58508-5
Der voluminöse Band umfasst Rawls' ideengeschichtliche Vorlesungen zu wesentlichen Stationen des politischen Denkens der Neuzeit. Hierbei ist zu beachten, dass die vom Autor mehrfach umgeänderten Texte zu Hobbes, Locke, Hume, Rousseau, Mill, Marx, Sidgwick und Joseph Butler auf Vorlesungsmanuskripten aus unterschiedlichen Phasen seines Werkes basieren. Die Arbeiten stammen teilweise aus Manuskripten aus dem Nachlass und mussten deshalb unterschiedlich stark editiert werden. Dennoch ist die Publikation unbedingt zu begrüßen, da gerade die Diskussion der klassischen kontraktualistischen Theorien (Hobbes, Locke, Rousseau), deren Kritiker (Butler, Hume und Marx) und des Utilitarismus (Mill und Sidgwick) Rawls Prämissen für seine eigene „Theorie der Gerechtigkeit“ deutlich hervortreten lässt. Insofern sind es nicht nur ideengeschichtliche Studien, denn indem Rawls diese klassischen Autoren nach ihrem Begriff der Gerechtigkeit befragt und diskutiert, ob ihre jeweilige Erörterung überzeugend sei, liegt hier ein Zeugnis seiner eigenen politischen Moralphilosophie vor.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.15.325.335.46 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: John Rawls: Geschichte der politischen Philosophie. Frankfurt a. M.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9610-geschichte-der-politischen-philosophie_35567, veröffentlicht am 09.12.2008. Buch-Nr.: 35567 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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