/ 05.06.2013
Ingo Pies / Martin Leschke (Hrsg.)
Gary Beckers ökonomischer Imperialismus
Tübingen: Mohr Siebeck 1998 (Konzepte der Gesellschaftstheorie 4); VIII, 247 S.; brosch., 58,- DM; ISBN 3-16-146965-8Imperialismus oder Interdisziplinarität? Diese Frage steht hinter der Diskussion um das umstrittene Konzept des Nobelpreisträgers Becker, seinen "economic approach" auf unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche zu übertragen. Die Erweiterung der ökonomischen Rationalitätskalküle um nicht-monetäre Kriterien hatte diese Übertragung erst möglich gemacht. Der vorliegende Sammelband, der die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung im September 1997 in Gummersbach präsentiert, widmet sich der Frage, inwiefern dieser Ansatz für die Sozialwissenschaften fruchtbar ist, und zeigt die Möglichkeiten und Grenzen seiner Anwendung auf.
Aus dem Inhalt: Ingo Pies: Theoretische Grundlagen demokratischer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik - Der Beitrag Gary Beckers (1-29); André Habisch: 'Extending Capital Theory' - gesellschaftspolitische Implikationen eines theoretischen Forschungsprogramms (31-50); Dirk Sauerland: Sozialkapital: Individueller Vermögensbestand oder gesellschaftliches Institutionensystem? (51-56); Michael Schmid: Sozialkapital und Sozialpolitik (57-61); Ingo Pies: Ökonomischer Ansatz und Normativität: Zum wertfreien Umgang mit Werten (107-135); Detlef Aufderheide: Warum saufen die Pferde nicht? Zur Beobachtung selbstschädigender Blockaden der Interessengruppen in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs (136-140); Viktor Vanberg: Zur ökonomischen Erklärung moralischen Verhaltens (141-146); Norman Braun: Der Rational-choice-Ansatz in der Soziologie (147-173); Uwe Gerecke: Rational-choice-Theorie und die Intransparenz der psychischen Systeme (174-180); Karl-Hans Hartwig: Zur Rationalität des Rationalprinzips (181-184); Cay Folkers: Wettbewerb zwischen Pressure groups und Verteilungskampf im politischen Prozeß - Zur Bedeutung von Institutionen und Informationsstrukturen für die Interessenpolitik (185-216); Thomas Döring: Politischer Wettbewerb zwischen Interessengruppen und die Effizienz demokratischer Systeme (217-231); Andreas Freytag: Fluch oder Segen von Interessengruppen? (232-238).
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.45 | 5.42 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Ingo Pies / Martin Leschke (Hrsg.): Gary Beckers ökonomischer Imperialismus Tübingen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6667-gary-beckers-oekonomischer-imperialismus_8998, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 8998
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Dr., Politikwissenschaftler.
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