/ 20.06.2013
Ferdinand Schlingensiepen
Dietrich Bonhoeffer. 1906-1945. Eine Biographie
München: C. H. Beck 2005; 432 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-406-53425-2Schlingensiepen schildert fast 40 Jahre nach dem Erscheinen der wichtigen Biografie des Bonhoeffer-Freundes Eberhard Bethge auf der Grundlage zahlreicher neuer Quellen das Leben des herausragenden Theologen und Widerstandskämpfers Bonhoeffer. Laut Schlingensiepen war für Bonhoeffer der Weg vom öffentlichen Protest zum geheimen Widerstand nach den Pogromen vom November 1938 entschieden. Die Zeit der frommen Worte sei vorüber, sagte Bonhoeffer damals. Ab 1940 hielt er, für den das Gebot „Du sollst nicht töten“ Richtschnur war, dann Landesverrat und Tyrannenmord für sittlich geboten. Wie schwer ihm diese Haltung gefallen sein muss, sieht man daran, dass er sich 1941 Gedanken darüber gemacht hat, ob die Teilnehmer an einem Mordkomplott noch das heilige Abendmahl würden austeilen dürfen, ob er also Pfarrer würde bleiben können, schreibt der Autor. Alle Attentatspläne scheiterten. Bonhoeffer, der bereits im Frühjahr 1943 verhaftet worden war, wurde kurz vor Ende des Krieges, am 9. April 1945, im KZ Flossenbürg hingerichtet, auf persönlichen Befehl Hitlers.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.3 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Ferdinand Schlingensiepen: Dietrich Bonhoeffer. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24658-dietrich-bonhoeffer_28484, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28484
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
CC-BY-NC-SA