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/ 11.06.2013
Wilfried Loth

Die Teilung der Welt. Geschichte des Kalten Krieges 1941-1955

München: Deutscher Taschenbuch Verlag 2000 (dtv-Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts); 407 S.; 26,50 DM; ISBN 3-423-30756-0
Die Neuauflage des Klassikers ermöglicht zweierlei: Einerseits bietet der hier wieder abgedruckte Text der 7. Auflage von 1989 dem Leser die Möglichkeit zu sehen, inwieweit noch vor Ende des Kalten Krieges die historisch-politische Forschung das Phänomen des Ost-West-Konflikt in seiner Frühzeit erfasst hatte; andererseits zeigt das umfangreiche Nachwort Loths, in welche Richtungen die gegenwärtige Forschung tendiert. Nach wie vor bestehen bleibt die Überzeugung, dass der Kalte Krieg komplexe Ursprünge hat - hier sind nicht zuletzt die gegenseitigen Fehleinschätzungen zu nennen - und dass seine Erscheinungsformen ebenso wenig monokausal zu bestimmen sind. Und schließlich bleibt auch die Erkenntnis: "Der Kalte Krieg war angesichts der machtpolitischen Konstellation, zu der der Zweite Weltkrieg im Ergebnis geführt hat, durchaus wahrscheinlich, aber er war nicht unvermeidlich. Eine kooperative Nachkriegsordnung war denkbar, sie lag im Sicherheitsinteresse der Sowjetunion ebenso wie im Interesse an der Durchsetzung westlicher Prinzipien." (388 f.) Loth sieht die Schuld in Ost und West verteilt: Er attestiert den westlichen Entscheidungsträgern "Kurzsichtigkeit" in ihrem Umgang mit der UdSSR, "doch hat auch die Politik Stalins und seiner Satrapen höchst aktiv zum Scheitern der Kooperation beigetragen" (389).
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.24.1 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Wilfried Loth: Die Teilung der Welt. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10911-die-teilung-der-welt_12897, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12897 Rezension drucken
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