/ 05.06.2013
Nils Jansen
Die Struktur der Gerechtigkeit
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1998 (Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie 16); 343 S.; brosch., 88,- DM; ISBN 3-7890-5400-3Rechtswiss. Diss. Kiel; Gutachter: R. Alexy, J. Eckert. - "Ein Buch wie dieses ist dringend erforderlich, und zwar gerade deshalb, weil es bereits so viele Bücher über die Gerechtigkeit gibt. Denn es ist ein Buch, das sozusagen die Bibliotheken geistig ordnen soll." (15) Neben dieser geistigen Aufräumarbeit gehört zu dem Anspruch des Buches aber auch noch eine konzeptionelle Erweiterung der Diskurstheorie, die mit dem Begriff der Idee einer freistehenden Prinzipienkonzeption der Gerechtigkeit verbunden ist. Diese Idee zielt vor allem auf die Verwirklichungsbedingungen der Diskurstheorie in realen Diskursen. Zwar bleibt der Anspruch erhalten, daß der Maßstab für die realen Diskurse nach wie vor der Gedanke einer Einigung unter den Bedingungen eines idealen Diskurses zu sein hat. Die freistehenden Gerechtigkeitsdiskurse sind jedoch nicht mehr eine "Prozedur für eine ideale Erkenntnis, sondern ein ideales Verfahren, um eine vernünftige Einigung herbeizuführen" (311).
Aus dem Inhalt: 1. Der Diskurs der Gerechtigkeit als der Gegenstand einer umfassenden Gerechtigkeitstheorie. I. Prinzipien: 1. Der Begriff der Gerechtigkeit: II. Elemente des Begriffs der Gerechtigkeit; 2. Die Form von Gerechtigkeitsnormen; 3. Die Prinzipienstruktur von Gerechtigkeitsgrundsätzen: I. Die Unterscheidung von Regeln und Prinzipien; II. Das Konzept der rationalen Abwägung; III. Die Begründung der Prinzipienstruktur von Gerechtigkeitsgrundsätzen; IV. Eine formelle Konzeption der Gerechtigkeit. II. Diskurse: 4. Gerechtigkeitsdiskurse: II. Das Stufenmodell für Gerechtigkeitsdiskurse; 5. Die Begründung von Gerechtigkeitsnormen: II. Eine Diskurskonzeption zur Begründung von Normen der Gerechtigkeit; III. Der Konsens in traditions of moral enquiry (Alasdair MacIntyre); IV. Der Konsens in neutralen Diskursen (Bruce Ackermann) und die Trennung von Ethik und Moral; V. Der öffentliche Vernunftgebrauch als Ausdruck eines overlapping consensus (John Rawls); 6. Die Idee einer freistehenden Prinzipienkonzeption der Gerechtigkeit: I. Die freistehende Begründung und Gewichtung von Gerechtigkeitsprinzipien; II. Der diskurstheoretische Diskurs zur Liste der Gewichtungskriterien; III. Das Konzept einer freistehenden Prinzipienkonzeption als eine umfassende und integrative Theorie der Gerechtigkeit.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.44 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Nils Jansen: Die Struktur der Gerechtigkeit Baden-Baden: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7532-die-struktur-der-gerechtigkeit_10028, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10028
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Dr., Politikwissenschaftler.
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