/ 18.06.2013
Werner Hinze
Die Schalmei. Vom Kaisersignal zum Marschlied von KPD und NSDAP
Essen: Klartext 2003 (Schriften des Fritz-Hüser-Instituts für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur der Stadt Dortmund, Reihe 2: 13); XXXII, 331 S.; brosch., 23,90 €; ISBN 3-89861-113-2Die Schalmei war das bevorzugte Instrument der paramilitärischen, KPD-nahen Organisation Roter Frontkämpferbund (RFB) und ein Element der politischen Symbolik der Weimarer Republik. Unter den Nationalsozialisten wurden die entsprechenden musikalischen Aktivitäten jedoch eingestellt. In der DDR erlangte die Schalmei wieder Bedeutung und wurde als Symbol der Arbeiterkultur geschätzt. Gleichzeitig unterstellte man den Nationalsozialisten den Missbrauch dieses vorgeblich genuinen Arbeiter-Kulturgutes sowie des damit verbundenen „Arbeiterliedes". Ob diese Behauptung zutrifft, untersucht der Autor in seiner detaillierten Rekonstruktion des tatsächlichen Schalmeiengebrauches durch den RFB in Norddeutschland. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass zwar durchaus gewisse Elemente der Schalmeienmusik und des entsprechenden Liedgutes des RFB von den Nationalsozialisten übernommen wurden, dass aber auch umgekehrte Einflüsse nachweisbar sind. Das „Arbeiterlied" sowie der Vorwurf des Missbrauches seien Konstruktionen, die im Dienste kommunistischer Propaganda gestanden hätten und der realen Verwendung des Instrumentes kaum gerecht würden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.311
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Werner Hinze: Die Schalmei. Essen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17666-die-schalmei_20358, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20358
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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