/ 05.06.2013
Klaus-Detlev Godau-Schüttke
Die Heyde/Sawade-Affäre. Wie Juristen und Mediziner den NS-Euthanasieprofessor Heyde nach 1945 deckten und straflos blieben
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1998; 337 S.; brosch., 48,- DM; ISBN 3-7890-5717-7Wie geschah es, daß der Psychiater Prof. Dr. Werner Heyde, einer der Hauptverantwortlichen der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen, in den fünfziger Jahren in Schleswig-Holstein unter dem Namen "Dr. Fritz Sawade" eine zweite Karriere als Gerichtsgutachter auf dem Gebiet der Psychiatrie und Neurologie beschreiten konnte? Godau-Schüttke geht dieser Frage nach und entwirft das Bild einer von Heydes Kollegen, der CDU-Landesregierung und anderen gebildeten Phalanx der Kumpanei und des Schweigens, die, so resümiert der Autor, durch überkommene Ehrbegriffe und eine weiterhin virulente Ausgrenzungsmentalität gegen Kranke und Behinderte motiviert war und die auch nach Dr. Sawades "Enttarnung" 1959 weder durch die Justiz noch durch Umdenken erschüttert wurde.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.313 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Klaus-Detlev Godau-Schüttke: Die Heyde/Sawade-Affäre. Baden-Baden: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7585-die-heydesawade-affaere_10084, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10084
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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