/ 11.06.2013
Christoph Gnau
Die deutschen Eliten und der Zweite Weltkrieg. Mit einem Vorwort von Reinhard Kühnl
Köln: PapyRossa Verlag 2007; 120 S.; 13,- €; ISBN 978-3-89438-368-8Der Autor geht von zwei Thesen aus: Die „verantwortlichen Machthaber innerhalb des faschistischen Systems“ (12) hätten von Beginn an nichts anderes als einen Krieg angestrebt. Außerdem seien die Voraussetzungen für den Zweiten Weltkrieg „bereits vor der Konsolidierung des Regimes geschaffen“ (12) worden. In seiner Darstellung stellt Gnau zur Untermauerung seiner Thesen das rechte Parteienspektrum der Weimarer Republik sowie die (Rüstungs-)Industrie in den Mittelpunkt. Erklärtermaßen will er damit konservativen und rechten Autoren widersprechen, die die Vorgeschichte des Krieges verharmlosen und die Verantwortung auf die Person Hitlers konzentrieren würden. Gnau erweckt den Eindruck, als ob die Vergangenheitsbewältigung mit der Integration belasteter Eliten in den fünfziger Jahren beendet worden sei (und nicht erst danach begann). Passend dazu besteht sein Literaturverzeichnis nur aus Büchern, die seine konventionelle marxistische Argumentation nicht stören können. Wichtige Bücher, die seit den neunziger Jahren erschienen sind und in denen der Nationalsozialismus aus verschiedenen Perspektiven heraus analysiert wird, ignoriert Gnau. Diese Analyse bereichert nicht den Forschungsstand.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Christoph Gnau: Die deutschen Eliten und der Zweite Weltkrieg. Köln: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9555-die-deutschen-eliten-und-der-zweite-weltkrieg_32180, veröffentlicht am 27.03.2008.
Buch-Nr.: 32180
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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