/ 11.06.2013
Paul Erker / Toni Pierenkemper (Hrsg.)
Deutsche Unternehmer zwischen Kriegswirtschaft und Wiederaufbau. Studien zur Erfahrungsbildung von Industrie-Eliten
München: R. Oldenbourg Verlag 1999 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 39); VIII, 331 S.; 98,- DM; ISBN 3-486-56363-7Durch geschickt angewandte wirtschaftliche Anreize hatte das NS-Regime in den Wirtschaftseliten Deutschlands wichtige Verbündete gefunden. Daher lautet die zentrale Fragestellung des Sammelbandes: Wurde von den Wirtschaftseliten nach dem Zweiten Weltkrieg eine Bewältigung der Vergangenheit mit politischer Umorientierung und Selbstreflexion vollzogen? Oder blieb die Umbruchphase nach der NS-Zeit lediglich "eine Episode, ohne Veränderungsimpuls und ohne Einfluss auf die Herausbildung jenes 'modernen' Unternehmertyps in der späteren bundesrepublikanischen Industriewirtschaft?" (14) Exemplarisch wird an sechs Biographien weniger bekannter und umstrittener Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen der historische Weg der deutschen Wirtschaftseliten nachgezeichnet. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Unternehmensmentalitäten zwischen 1942 und 1953 weitgehend Kontinuität bewiesen. "Für ein grundsätzliches Umdenken gab es auch kaum zwingende Gründe, denn die neue Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik stellte vielfach wieder das alte (sozusagen positive) Vorzeichen hinsichtlich des Regel- und Anreizsystems ökonomisch-unternehmerischen Handelns her." (17)
Inhalt: Paul Erker: Einleitung: Industrie-Eliten im 20. Jahrhundert (1-18); Heidrun Edelmann: Heinrich Nordhoff: Ein deutscher Manager in der Automobilindustrie (19-52); Toni Pierenkemper: Hans-Günther Sohl: Funktionale Effizienz und autoritäre Harmonie in der Eisen- und Stahlindustrie (53-107); Cornelia Rauh-Kühne: Hans Constantin Paulssen: Sozialpartnerschaft aus dem Geiste der Kriegskameradschaft (109-192); Volker R. Barghahn: Otto A. Friedrich: Politischer Unternehmer aus der Gummiindustrie und das Amerikanische Modell (193-215); Paul Erker: Ernst Heinkel: Die Luftfahrtindustrie im Spannungsfeld von technologischem Wandel und politischem Umbruch (217-290); Evelyn Kroker: Heinrich Kost: Rationalisierung und Sozialbeziehungen im Bergbau (291-316).
Tetyana Lutsyk (TL)
Lizentiat der Internationalen Wirtschaftsbeziehungen (lic. oec. int.), Doktorandin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Wirtschaftspolitik, Universität Leipzig.
Rubrizierung: 2.313 | 2.331 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Tetyana Lutsyk, Rezension zu: Paul Erker / Toni Pierenkemper (Hrsg.): Deutsche Unternehmer zwischen Kriegswirtschaft und Wiederaufbau. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10647-deutsche-unternehmer-zwischen-kriegswirtschaft-und-wiederaufbau_12591, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12591
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Lizentiat der Internationalen Wirtschaftsbeziehungen (lic. oec. int.), Doktorandin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Wirtschaftspolitik, Universität Leipzig.
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