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/ 11.06.2013
Theo Sommer

Der Zukunft entgegen. Ein Blick zurück nach vorn

Reinbek: Rowohlt 1999; 255 S.; 38,- DM; ISBN 3-498-06342-1
Sommers eloquenter Rückblick auf das vergangene Jahrhundert offenbart letztendlich nur eine Erkenntnis: Ein Ausblick auf die Zukunft ist unmöglich. Vielleicht lassen sich Linien vage skizzieren, aber die Vorausschau auf das, was kommen wird, gibt es nicht. So banal diese Erkenntnis auch sein mag, sie ist angesichts der verbreiteten Zukunftsgläubigkeit, sei es im klassischen Bereich der Zukunftsforscher, der Technik, sei es im Bereich der Politik, auch wieder ein notwendiges Korrektiv. Insofern ist Sommers Ausblick auf die Zukunft sehr gezügelt durch Vergangenheit und Gegenwart. Seine Prognosen überraschen nicht. Dass zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland ein politisches Fundament besitzt, das ihr Fortbestehen garantiert (im Vergleich zur Weimarer Republik), ist allgemein akzeptiert, ebenso akzeptiert wie die Vorausschau auf ein sich auch weiterhin einigendes Europa. Dass es keine abschließenden Urteile geben kann, keine gesicherten Zukunftsaussichten, erklärt sich für Sommer aus der Gegenwart: Er begreift sie als Übergangsphase: "Am Ende des 20. Jahrhunderts plagen uns die Nachbeben, die jeder seismischen Verwerfung folgen. Das Zeitalter nach dem Kaltem Krieg hat seine Signatur noch nicht gefunden. In der Bruchzone der Gegenwart durchschreiten wir eine Klippen- und Trümmerlandschaft. Und wir tun es nicht ohne Angst und Bangen" (242).
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.1 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Theo Sommer: Der Zukunft entgegen. Reinbek: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10560-der-zukunft-entgegen_12484, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12484 Rezension drucken
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