/ 21.06.2013
Christina Georgieva
Charisma. Theoretische und politisch-kulturelle Aspekte der "Außeralltäglichkeit"
Bonn: Bouvier Verlag 2006 (Forum Junge Politikwissenschaft 4); 182 S.; kart., 17,90 €; ISBN 978-3-416-03118-9Magisterarbeit Bonn. – Im Rahmen der Herrschaftssoziologie Webers nimmt die charismatische Herrschaft eine Sonderstellung ein: Im hohen Maße an die der Herrscherfigur zugeschriebenen Merkmale gebunden, bleibt sie – neben dem traditionalen und rational-legalen Typus – eine außeralltägliche Form, die sich kaum dauerhaft etablieren lässt. Vielleicht gerade weil charismatische Herrschaft auf spezifische, zumeist krisenhaft-antidemokratische Rahmenbedingungen verweist, ist sie im Vergleich zu den beiden klassischen Formen seltener untersucht worden. Die Autorin möchte die analytische Brauchbarkeit der Kategorie für substanzielle politikwissenschaftliche Forschungsfragen aufzeigen. Für diese Zwecke setzt sie sich zunächst mit den begriffsgeschichtlichen Hintergründen des Weber’schen Konzeptes auseinander und konzentriert sich dann in der Analyse auf die Genese und Verlaufsformen charismatischer Prozesse. Zwei Befunde möchte sie dabei besonders herausstellen. Zum einen sollte Charisma stets als Interaktionsphänomen verstanden werden, das jeweils auf das Zusammenspiel von Führer- und Gefolgschaftskomponenten verweist. Zum anderen sei eine moderne demokratische, von Pluralismus, Individualismus und unabhängigem Mediensystem getragene politische Kultur gegenüber charismatischen Tendenzen relativ immun.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42 | 5.46 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Christina Georgieva: Charisma. Bonn: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27223-charisma_31829, veröffentlicht am 09.04.2008.
Buch-Nr.: 31829
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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