/ 04.06.2013
Christian Graf von Krockow
Bismarck
Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1997; 496 S.; 3. Aufl.; geb., 48,- DM; ISBN 3-421-05080-5Von Krockow bietet in seiner anläßlich des 100. Todestages des Reichsgründers geschriebenen Biographie keine grundlegend neue Sicht der Persönlichkeit und der Politik Bismarcks. Von Krockow kommt seinem Helden nahe, indem er umfassend aus dessen "Gedanken und Erinnerungen" zitiert, sich dabei aber durchaus bewußt ist, daß Bismarcks Erinnerungen als eine Art Rechtfertigungsschrift abgefaßt worden sind. Der Autor betont, Bismarck habe seine Politik doch auf ein großes Ziel hin ausgerichtet, wobei sich der preußische Ministerpräsident und spätere erste Reichskanzler als Meister im Umsetzen günstiger Gelegenheiten zeigte. Aber so ganz klar wird bei von Krockow dieses Ziel nun doch nicht, denn so zielstrebig Bismarck auch die deutsche Einheit forcierte, es bleibt wohl sein Geheimnis, wie er als Urpreuße das Reich gründen und damit Preußen als europäische Großmacht in dieses Reich aufgehen lassen konnte. Von Krockow bietet neben der politischen Karriere einen kurzweiligen Einblick in das Leben eines hochgebildeten und wortgewaltigen Mannes, der von sich behauptete, die Bäume hätten ihm mehr zu sagen als die Menschen.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.311 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Christian Graf von Krockow: Bismarck Stuttgart: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5942-bismarck_7775, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7775
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Dr., Historiker.
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