/ 19.06.2013
Matthias Kettner (Hrsg.)
Biomedizin und Menschenwürde
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2004 (edition suhrkamp 2268); 344 S.; 13,- €; ISBN 3-518-12268-1Es ist allgemein anerkannt, dass die biomedizinische Forschung reguliert werden muss. Über die konkrete Ausgestaltung dieser Regulierung werden derzeit allerdings heftige Debatten geführt, in denen es nicht nur um moralische Fragen, sondern auch um ökonomische und politische Interessen geht. Da sich viele Grundrechte nur über den Begriff der Menschenwürde begründen lassen, ist dieser auch zu einem zentralen Argument der Debatte geworden, über dessen Auslegung ebenfalls heftige Diskussionen entbrannt sind. Die Autorinnen und Autoren des Bandes, teilweise Mitglieder der Enquete-Kommission „Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages, diskutieren diese Frage aus drei Perspektiven: die Beiträge des ersten Teils haben einen juristischen Schwerpunkt, die des zweiten sind medizinisch orientiert und im dritten Abschnitt wird die Diskussion eher philosophisch akzentuiert.
Aus dem Inhalt:
I. Bioethik, Biopolitik und Verfassungsrecht
Wolfgang Wodarg:
Diesseits des Rubikon? Politische Standortbestimmung im Streit um die rechtliche und moralische Auslegung der Menschenwürde (15-41)
Ulfried Neumann:
Die Menschenwürde als Menschenbürde - oder wie man ein Recht gegen den Berechtigten wendet (42-62)
Kurt Seelmann:
Haben Embryonen Menschenwürde? Überlegungen aus juristischer Sicht (63-80)
Kathrin Braun:
Die besten Gründe für eine kategorische Auffassung der Menschenwürde (81-99)
Die Relevanz der Menschenwürde für Bereiche der Biomedizin
Thomas Katzorke / Franz B. Kolodziej:
Neue Perspektiven für die Fortpflanzungsmedizin in Deutschland. Auswertung einer Umfrage (103-122)
Sigrid Graumann:
Präimplantationsdiagnostik, embryonale Stammzellforschung und das Regulativ der Menschenwürde (122-144)
Christine Hauskeller:
Stammzellforschung und Menschenwürde. Plädoyer für einen Blickwechsel (145-171)
Andreas Kuhlmann:
Wunschkinder aus dem Labor? Selektive Fortpflanzung und das Instrumentalisierungsverbot (172-187)
III. Die philosophische Debatte
Micha H. Werner:
Menschenwürde in der bioethischen Debatte - Eine Diskurstopologie (191-220)
Franz Josef Wetz:
Menschenwürde als Opium fürs Volk. Der Wertstatus von Embryonen (221-248)
Dieter Birnbacher:
Menschenwürde - abwägbar oder unabwägbar? (249-271)
Volker Gerhardt:
Geworden oder gemacht? Jürgen Habermas und die Gentechnologie (272-291)
Matthias Kettner:
Über die Grenzen der Menschenwürde (292-323)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 | 2.343 | 2.32 | 5.44
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Matthias Kettner (Hrsg.): Biomedizin und Menschenwürde Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21101-biomedizin-und-menschenwuerde_24619, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24619
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA