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/ 03.06.2013
Alois Riklin

Ambrogio Lorenzettis politische Summe

Bern: Stämpfli + Cie AG 1996 (Kleine politische Schriften 3/96); 144 S.; geb., 52 DM; ISBN 3-7272-9616-X
In den Jahren 1338 bis 1340 schuf der Sieneser Maler Ambrogio Lorenzetti im Auftrag seiner Heimatrepublik einen Freskenzyklus für den Regierungssaal im Palazzo Pubblico. Diese Fresken, geläufigerweise als "Allegorien des guten und schlechten Regiments mit ihren Folgen in Stadt und Land" (6) umschrieben, stellen eine politische Summe mit "fast unerschöpfliche[m] Interpretationsstoff" (39) dar. Riklin diskutiert im Anschluß an eine detaillierte Bildbeschreibung acht verschiedene Deutungsansätze, deren Ausschließlichkeitsansprüche er zurückweist, da sie zu sehr von einer Quellengruppe bestimmt seien. Jede einzelne Interpretation, sei sie aristotelisch-thomistisch, römisch-prähumanistisch, verfassungsgeschichtlich, enzyklopädisch, kosmologisch, propagandistisch, religiös-biblisch oder bildtextlich, habe ihre Teilberechtigung, jedoch erst in der Zusammenschau aller werde man der "in dieser Geschlossenheit einmaligen politischen Summe des stadtrepublikanischen Weltbildes des Trecento" (119) gerecht.
Wolfgang Wagner (WW)
Diplom-Kaufmann, Dr. rer. pol., Politologe, Gütersloh.
Rubrizierung: 5.32 Empfohlene Zitierweise: Wolfgang Wagner, Rezension zu: Alois Riklin: Ambrogio Lorenzettis politische Summe Bern: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1204-ambrogio-lorenzettis-politische-summe_1276, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 1276 Rezension drucken
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