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/ 03.06.2013
Regine Hildebrandt

Wer sich nicht bewegt, hat schon verloren

Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 1997; 159 S.; 2. Aufl.; 29,80 DM; ISBN 3-8012-0236-4
Die Sozialministerin Brandenburgs, Ministerin im letzten Kabinett der DDR, schildert aus ihrer persönlichen Sicht den Wandel in Ostdeutschland. Hildebrandt führt durch Geschichten aus dem Alltag vor Augen, in wie vielen Bereichen sich das Leben für die ehemaligen Bürgerinnen und Bürger der DDR fundamental verändert hat. Die Arbeitslosigkeit ist für die Autorin eines der drängendsten Probleme. Aus ihrer Arbeit als Ministerin kennt sie gelungene und gescheiterte Beispiele, wieder zu Arbeit zu kommen. Sie führt auch vor Augen, wie in manch einem Politikfeld eine westliche ideologische Sicht verhindert hat, daß positive Konzepte, die in der DDR zwar mangelhaft umgesetzt waren - wie zum Beispiel die Polikliniken - weiterentwickelt wurden. Die Autorin endet mit einem Plädoyer für ein "grundsätzliches Umdenken" (158). Auch die Westdeutschen müßten zur Kenntnis nehmen, daß "die Bundesrepublik der Zukunft nicht die um [...] sechzehn Millionen Menschen erweiterte Bundesrepublik von 1989 sein" (155) kann. Manch eine ostdeutsche Erfahrung könne hilfreich sein, "um Schaden abzuwenden vom sozialen Frieden und also auch von der demokratischen Gesellschaft" (158 f.).
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.372.3132.3 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Regine Hildebrandt: Wer sich nicht bewegt, hat schon verloren Bonn: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2804-wer-sich-nicht-bewegt-hat-schon-verloren_3698, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 3698 Rezension drucken
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