/ 04.06.2013
Ulrike Diedrich / Heidi Stecker (Hrsg.)
Veränderungen - Identitätsfindung im Prozeß. Frauenforschung im Jahre Sieben nach der Wende
Bielefeld: Kleine Verlag 1997 (Wissenschaftliche Reihe 96); 225 S.; 37,50 DM; ISBN 3-89370-253-9Der Titel des Bandes ist ein wenig irreführend, denn es handelt sich ausschließlich "um Ansätze, die sich kritisch mit der Geschichte von Frauen in der DDR und ihrer Situation im heutigen Ostdeutschland auseinander setzen und teilweise Schwierigkeiten haben, sich in der Frauenforschung zu behaupten" (7), wie das Vorwort der Herausgeberinnen einschränkt. Die Texte gehen überwiegend auf Referate einer 1996 in Leipzig abgehaltenen Tagung zurück. Die Autorinnen sind anscheinend ausnahmslos in der DDR aufgewachsen, sie repräsentieren verschiedene, überwiegend geisteswissenschaftliche Fächer.
Inhalt: Francesca Weil: Frauen unter diktatorischer Herrschaft. Widerstand und politische Verfolgung von Frauen und Mädchen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR 1945 bis 1989 (11-28); Ingrid Miethe: "...ich mußte lernen, anders politisch zu denken...". Kontinuität und Bruch politischer Partizipation bürgerbewegter Frauen in der DDR (29-44); Birgit Dahlke: Spurensicherung. Autorinnen aus der DDR und der Einschnitt 1989 (45-53); Rita Jorek: Suche nach Identität. Zur ersten und letzten Tagung der DDR-Kunstwissenschaftlerinnen (55-65); Daphne Hahn / Sylka Scholz: Anpassung oder Eigensinn: Sterilisation im Kontext gesellschaftlicher Wandlungsprozesse (67-97); Sylka Scholz: "Als die ganze Lawine anrollte im Betrieb" - gesellschaftliche und biographische Hintergründe der Sterilisationsentscheidung. Eine Fallrekonstruktion (99-121); Petra Schellenberger: Der Umgang mit Gewalt. Schwierigkeiten und Möglichkeiten von (ostdeutschen?) Wissenschaftlerinnen im Zugang zur Problematik (123-130); Angelika Haas / Renate Liebsch: Vom Undank des Objekts. Freche Anmerkungen aus sich (trans-)formierender ostdeutscher Subjektivität (131-137); Monika Schröttle: West "beforscht" Ost. Politische, forschungsethische und methodische Überlegungen zur Frage der Ost-West-Forschung aus feministischer Sicht (139-157); Heidi Stecker: Zur Fragwürdigkeit des Erinnerns. Die selektive Wahrnehmung von DDR-Geschichte (159-180); Ulrike Diedrich: Schwierigkeiten, sich zu erinnern. Sexuelle Gewalt als ausgegrenztes Thema der DDR-Frauengeschichte (181-215); Heidi Stecker: Zu den Madonnen von Heike Grüß (217-221).
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.36 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Ulrike Diedrich / Heidi Stecker (Hrsg.): Veränderungen - Identitätsfindung im Prozeß. Bielefeld: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5221-veraenderungen---identitaetsfindung-im-prozess_6853, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6853
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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