/ 21.06.2013
Erich Rathfelder
Schnittpunkt Sarajevo. Bosnien und Herzegowina zehn Jahre nach dem Krieg: Muslime, Orthodoxe, Katholiken und Juden bauen einen gemeinsamen Staat. Mit einem Nachwort von Christian Schwarz-Schilling
Berlin: Verlag Hans Schiler 2007; 265 S.; 2. Aufl.; pb., 18,- €; ISBN 978-3-89930-108-3Wie „außerordentlich kompliziert die bosnische Gesellschaft ist“ und wie interessant sie bleiben wird, zeigt der Journalist Rathfelder mit seinem „Gang durch das Jahr 2005“ (253). Seit 1989 berichtet er über die Geschehnisse auf dem Balkan, die meiste Zeit als Reporter für die „taz“. In Reportagen und Personen-Porträts stellt er Land und Leute eine Dekade nach Kriegsende vor. Insgesamt zeichnet er ein positives Bild: In einem kurzen Zeitraum sei viel erreicht worden („In anderen Ländern haben wir Jahrzehnte für solche Prozesse gebraucht.“ [14]), beispielsweise zähle die Bewegungsfreiheit inzwischen zu den Selbstverständlichkeiten. Doch er berichtet auch von den noch immer existierenden Problemen und Konflikten. Nach wie vor sei der Staat in eine kroatisch-muslimische und eine serbische Verwaltungseinheit geteilt, das Land habe mehr als 180 Minister und eine Reihe von konkurrierenden Bürokratien. Wer sich auf kurzweilige Weise über den Alltag in Bosnien-Herzegowina informieren möchte, dem sei dieses Taschenbuch empfohlen, wer jedoch eine politikwissenschaftliche Analyse sucht, der sollte zu anderen Werken greifen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.61 | 2.2 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Erich Rathfelder: Schnittpunkt Sarajevo. Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27227-schnittpunkt-sarajevo_31836, veröffentlicht am 04.04.2008.
Buch-Nr.: 31836
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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