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/ 22.06.2013
Sonja Witte

Die soziale Dimension Europas. Soziale Verantwortung öffentlicher Unternehmen

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2010 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 580); 120 S.; 19,80 €; ISBN 978-3-631-59830-6
Qualifikationsarbeit Master of European Studies Tübingen; Betreuer: H.-W. Platzer. – Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein Konzept und Handlungsinstrumentarium, mit dem Unternehmen auf freiwilliger Basis soziale Ziele und ökologische Belange in ihre Arbeit integrieren. Dieses hat in den zurückliegenden Jahren eine beträchtliche politische Konjunktur erfahren. Sowohl im Rahmen der Strategie von Lissabon als auch in dem der EU-Sozialagenda wird auf diese unternehmerische Selbstverpflichtung verwiesen. Viele sehen hierin eine Chance, das Innovationspotenzial und die Wettbewerbsfähigkeit in der Union steigern zu können. Folglich unterstützt die EU Projekte in diesem Bereich. Der Europäische Zentralverband der öffentlichen Wirtschaft (CEEP), einer der Sozialpartner der EU, hat das Projekt DISCERNO (Dissemination of corporate ethics and responsibility through networks of public enterprises) ins Leben gerufen. Das Ziel des Projektes ist es, sozial verantwortliches Handeln in den öffentlichen Unternehmen Europas zu verwirklichen. Witte, die selber im Netzwerk des Projektes aktiv ist, zeigt am Beispiel DISCERNOs auf, wie die Initiative der Kommission in die Strategie öffentlicher Unternehmen integriert werden kann. Zunächst konkretisiert sie den Begriff der sozialen Verantwortung und beschreibt, wie sich die soziale Dimension im europäischen Integrationsprozess historisch entwickelt hat. Sie betont, dass es sich nicht um eine von der EU vorgegebene Regulierung, sondern um eine Selbstverpflichtung durch die Beteiligten handelt. Den Ansatz des Projektes wertet sie als ein positives Beispiel dafür, „wie eine abstrakte Idee der europäischen Institutionen bis auf die praktische Ebene heruntergebrochen werden kann“. Außerdem ist es „Beweis dafür, dass nur durch die Ebene, welche am nächsten am Bürger agiert, nämlich die Städte und Gemeinden und ihre Unternehmen die ‚Kluft zwischen der Union und ihren Bürgern’ überwunden werden kann“ (93). Die Autorin erwartet, dass gemeinschaftliche Maßnahmen im sozialen Bereich künftig weiter zunehmen werden.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.5 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Sonja Witte: Die soziale Dimension Europas. Frankfurt a. M. u. a.: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32377-die-soziale-dimension-europas_38636, veröffentlicht am 02.06.2010. Buch-Nr.: 38636 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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