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/ 03.06.2013
Ulrich Neuhäußer-Wespy

Die SED und die Historie. Die Etablierung der marxistisch-leninistischen Geschichtswissenschaft der DDR in den fünfziger und sechziger Jahren

Bonn: Bouvier Verlag 1996; 155 S.; geb., 48,- DM; ISBN 3-416-02613-6
Mit der vorliegenden Untersuchung werden die Instrumente der SED zur Steuerung der Geschichtswissenschaft nach marxistisch-leninistischen Vorgaben geschildert. Der Autor zeigt, wie bereits Mitte der fünfziger Jahre erfolgreich die bürgerliche Geschichtsschreibung verdrängt werden konnte. Zudem werden am Beispiel der DDR-Historikergesellschaft besonders anschaulich die Herrschaftstechniken des Parteiapparats – im Zusammenspiel mit "führenden Genossen Historiker[n]" (111) – herausgearbeitet. Neben anderen Archivmaterialien sind vom Autor vor allem die Akten des zentralen Parteiarchivs der SED ausgewertet worden. Zahlreiche Interviews mit Neuzeit-Historikern und einzelnen Mediävisten der DDR ergänzen die Arbeit, die für sich in Anspruch nehmen kann, für die noch zu erwartenden Detailuntersuchungen eine Grundlage darzustellen. Inhaltsübersicht: I. Zur Themenstellung und zur Quellenlage; II. Zur Entwicklung der DDR-Historiographie und zum Aufbau einer zentralen Wissenschaftsorganisation; III. Die Durchsetzung des Marxismus-Leninismus in der Geschichtswissenschaft der DDR in den fünfziger Jahren; IV. Der Parteiapparat als zentrale Lenkungsinstanz der Geschichtswissenschaft der DDR; V. Gründung und Bedeutung der Historikergesellschaft; VII. Zusammenfassung und Ergebnis.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.313 Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Ulrich Neuhäußer-Wespy: Die SED und die Historie. Bonn: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1415-die-sed-und-die-historie_1599, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 1599 Rezension drucken
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