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/ 18.06.2013
Jürgen Endres

Wirtschaftliches Handeln im Krieg. Zur Persistenz des Milizsystems im Libanon (1975-1990)

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 186 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 3-531-14129-5
Diss. Leipzig; Gutachter: J. Gertel. - Welche Bedeutung hatte das wirtschaftliche Handeln der am Konflikt beteiligten nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen für die Dauer des erst 1990 beendeten Krieges im Libanon? Diese Frage kann für Endres nicht allein mit dem Fokus auf die ökonomische Motivation rational handelnder Akteure beantwortet werden. Er versucht zu zeigen, dass die Beharrlichkeit innerstaatlicher Konflikte auch als Resultat unbeabsichtigter, sich in neuen Strukturen niederschlagenden Handlungsfolgen gesehen werden kann. Neue gesellschaftliche Entwicklungen und Gebilde, die als Konsequenz des Krieges entstanden sind, tragen so gleichzeitig zu dessen Fortdauer bei. Die genaue Darstellung der Formen der Kriegsökonomie, die insbesondere durch die Drogenproduktion, durch Zoll- und Abgabenerhebung sowie Schutz- und Lösegelderpressung der verschiedenen Milizen geprägt wurde, bietet eine interessante Ergänzung zu Studien, die die Rolle externer Akteure, vor allem Israels und Syriens, in den Mittelpunkt der Analyse rücken. Aufgrund der kompakten Darstellung der Grundzüge des Konfliktes ist das Buch auch zur einführenden Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg im Libanon geeignet.
Lars Berger (LB)
Dr., Lecturer in Middle Eastern Politics and History, University of Salford.
Rubrizierung: 2.632.254.41 Empfohlene Zitierweise: Lars Berger, Rezension zu: Jürgen Endres: Wirtschaftliches Handeln im Krieg. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20345-wirtschaftliches-handeln-im-krieg_23709, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23709 Rezension drucken
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