Skip to main content
/ 21.06.2013
Kai Arzheimer

Die Wähler der extremen Rechten 1980-2002

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008; XXIV, 501 S.; brosch., 49,90 €; ISBN 978-3-531-16065-8
Politikwiss. Habilitationsschrift Mainz. – Arzheimer legt die wohl umfangreichste Untersuchung zur Wählerschaft extrem rechter Parteien vor. Dabei beschränkt er sich auf den vergleichsweise homogenen Hintergrund der westeuropäischen Staaten, liefert dafür aber eine in die Tiefe gehende Analyse, die die Periode des elektoralen Aufstiegs dieser Parteien seit Mitte der 80er-Jahre vollständig erfasst. Aus einer Auseinandersetzung mit der Entwicklung extrem rechter Parteien und ihrer Wahlerfolge heraus entwickelt Arzheimer seine Fragestellung, die auf die Erklärung der Wahl extrem rechter Parteien mithilfe soziodemografischer und einstellungsbezogener Variablen sowie anhand von Kontextmerkmalen abzielt. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Auseinandersetzung mit der Fülle von Ansätzen, die in den zurückliegenden Jahrzehnten zur Erklärung des Phänomens bemüht wurden. Arzheimer geht weit über die bloße Rezeption hinaus und bemüht sich insbesondere um eine Integration der verschiedenen Theoriefragmente aus dem Bereich der allgemeinen empirischen Wahlforschung und der Rechtsextremismusforschung, die in ein handlungstheoretisches Untersuchungsmodell eingebettet werden. Im Bereich der empirischen Analyse untersucht er dann die vom ihm aufgestellten Hypothesen mithilfe von Mehrebenen-Modellen, die neben den Effekten von Soziodemografie sowie Einstellungen und Werten auch die Einflüsse wichtiger Kontexteffekte in den Untersuchungsländern berücksichtigen. Methodisch stellt der Band mit der zentralen Längsschnittanalyse und ergänzenden Querschnittsanalysen den „state of the art“ politikwissenschaftlicher Rechtsextremismusforschung dar. Arzheimer kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere fremdenfeindliche Einstellungen auf der Individualebene die Wahl derartiger Parteien erklären und die spezifische Soziodemografie ihrer Elektorate erklären können. Darüber hinaus weist der Autor aber auch auf die gewichtige Rolle von Kontexteffekten hin. Insgesamt präsentiert er eine herausragende empirische Arbeit im Bereich der Rechtsextremismusforschung.
Dr. des. Tim Spier (TS)
M. A., Dipl. Jur., Akad. Rat, Lehrstuhl Politik II, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Rubrizierung: 2.222.252.3322.372.612.4 Empfohlene Zitierweise: Dr. des. Tim Spier, Rezension zu: Kai Arzheimer: Die Wähler der extremen Rechten 1980-2002 Wiesbaden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29605-die-waehler-der-extremen-rechten-1980-2002_35048, veröffentlicht am 09.12.2008. Buch-Nr.: 35048 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA