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/ 18.06.2013
Markus Balser / Michael Bauchmüller

Die 10 Irrtümer der Globalisierungsgegner. Wie man Ideologie mit Fakten widerlegt

Frankfurt a. M.: Eichborn 2003; 234 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-8218-3992-9
Die Autoren arbeiten als Redakteure in der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung. Sie verstehen Globalisierung in erster Linie als ökonomischen Prozess und wenden sich auf unideologische Weise mit plausiblen Argumenten gegen das, was sie als allzu holzschnittartige Vorwürfe der Globalisierungsgegner empfinden. In ihren Augen bietet die Globalisierung wesentlich mehr Chancen als Risiken. So verkehren sie etwa das Argument, durch die Globalisierung würden die Entwicklungsländer noch ärmer gemacht, in sein Gegenteil. Sie vertreten die Ansicht, dass gerade die Ärmsten der Armen von einem freien Austausch der Waren und Dienstleistungen am meisten profitieren können. Auch vor den großen Konzernen ist ihnen nicht bang, denn deren Macht wird ihrer Ansicht nach überschätzt. Konzerne litten unter den verschärften Wettbewerbsbedingungen und seien gerade wegen ihrer Omnipräsenz dem Einfluss der Konsumenten stärker ausgesetzt als vorher. Auch die Rolle der heftig kritisierten internationalen Organisationen wie der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds oder der WTO beurteilen Balser und Bauchmüller im Gegensatz zu den Globalisierungsgegnern eher positiv. Alle drei erfüllten eine unverzichtbare Ordnungsfunktion in der Weltwirtschaft. Die Autoren konzedieren allerdings, dass von allen Organisationen in der Vergangenheit große Fehler gemacht wurden. In gleicher Weise argumentieren sie gegen die Kritik an den umweltschädlichen Auswirkungen der Globalisierung sowie gegen die Behauptung, sie führe zu Sozialdumping, vernichte Arbeitsplätze und bedrohe die kulturelle Vielfalt. Die Vermutung, hier seien marktwirtschaftliche Fundamentalisten am Werk, trügt jedoch. Die Autoren sehen den Markt keineswegs als Allheilmittel an und erkennen durchaus die Bedeutung der Ordnungsfunktion des Staates. Sie wenden sich jedoch gegen eine hysterische Verteufelung des Zusammenwachsens der globalen Wirtschaft. Anregend ist ihr Buch deshalb allemal.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.434.3 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Markus Balser / Michael Bauchmüller: Die 10 Irrtümer der Globalisierungsgegner. Frankfurt a. M.: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19660-die-10-irrtuemer-der-globalisierungsgegner_22878, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22878 Rezension drucken
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