/ 03.06.2013
Georg Evers
Carlos Belo. Stimme eines vergessenen Volkes. Friedensnobelpreis für den Bischof der Menschenrechte. Mit einem Vorwort von Franz Kamphaus
Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 1996; 159 S.; 19,80 DM; ISBN 3-451-26173-1Der Friedensnobelpreis 1996 wurde zu gleichen Teilen an Carlos Belo und José Ramos Horta verliehen, aufgrund ihrer Arbeit "für eine gerechte und friedliche Lösung des Konfliktes in Ost-Timor" (16), so die Begründung des Nobelpreiskomitees. Evers porträtiert den vom Papst 1983 zum Apostolischen Administrator für Ost-Timor benannten Belo, der beharrlich versucht, die Greuel des Völkermordes anzuprangern. In einem Abschnitt dieses Buches stellt der Autor auch Horta vor: Er tritt als außenpolitischer Sprecher der Dachorganisation des Widerstandes gegen die Integrationspolitik Indonesiens auf Ost-Timor, dem Nationalen Rat des Maubere-Widerstandes, aus dem Exil heraus für die Anliegen der Bevölkerung ein. Evers beleuchtet die politische Situation auf Ost-Timor von der geschichtlichen Entwicklung her, geht auf die Rolle der katholischen Kirche dort ein und skizziert die verschiedenen politischen Facetten des Problems.
In einer Dokumentation sind zwei Interviews mit Belo abgedruckt, die bereits 1993 und 1994 an anderen Stellen veröffentlicht wurden. Außerdem findet sich eine Stellungnahme Belos und des Klerus der Diözese Dílí aus dem Jahre 1985 mit dem Titel "Für die Wahrung der Menschenrechte in Ost-Timor".
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.68 | 4.42 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Georg Evers: Carlos Belo. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2810-carlos-belo_3707, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 3707
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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