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/ 21.06.2013
Michael Opoczynski

Wunderland ist abgebrannt. Wie wir noch zu retten sind

München: Droemer 2007; 269 S.; geb., 16,90 €; ISBN 978-3-426-27417-0
Von Mitte der 50er- bis Ende der 70er-Jahre ist Deutschland nach Meinung des Moderators der ZDF-Sendung WISO Opoczynski ein „Wunderland“ gewesen: Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum garantierten den ständig wachsenden Wohlstand. Doch Anfang der 80er-Jahre wendete sich das Blatt, das einstige Paradies geriet in die Krise. Verantwortlich sei zum einen der demografische Wandel, der steigende Kosten im Gesundheitswesen und eine stärkere Belastung der Rentensysteme zur Folge habe. Z...
Michael Opoczynski

Wunderland ist abgebrannt. Wie wir noch zu retten sind

München: Droemer 2007; 269 S.; geb., 16,90 €; ISBN 978-3-426-27417-0
Von Mitte der 50er- bis Ende der 70er-Jahre ist Deutschland nach Meinung des Moderators der ZDF-Sendung WISO Opoczynski ein „Wunderland“ gewesen: Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum garantierten den ständig wachsenden Wohlstand. Doch Anfang der 80er-Jahre wendete sich das Blatt, das einstige Paradies geriet in die Krise. Verantwortlich sei zum einen der demografische Wandel, der steigende Kosten im Gesundheitswesen und eine stärkere Belastung der Rentensysteme zur Folge habe. Zum anderen habe sich die Arbeits- und die Unternehmenswelt in Deutschland stark verändert. Im Zuge der Globalisierung komme es zu Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer, die aufstrebenden Metropolen in Asien würden die deutschen Wirtschaftsstandorte in den Hintergrund drängen. Hinter der geforderten Flexibilität der Arbeitnehmer würden sich Zeitverträge, eine schlechte Bezahlung und der Zwang zu Nebenjobs verbergen. Opoczynski spricht sich deshalb für Mindestlöhne aus. Weltweit werde der Transportsektor expandieren – mit allen negativen Folgen für das Klima. Der Autor nennt viele weitere negative Beispiele, die er als Indikatoren dafür wertet, dass wir auf dem Weg zu einer in Arm und Reich gespaltenen Gesellschaft sind. Doch wie sind wir „noch zu retten“? Bei der Beantwortung dieser Frage lässt Opoczynski den Leser eher im Dunklen. Auf gerade mal sieben Seiten geht es um die Gestaltung der Zukunft Deutschlands. Seine Lösungsformel lautet: „weniger Staat und mehr Eigeninitiative“ (267). Darunter versteht er mehr bürgerliches Engagement, das durch private Stiftungen finanziell unterstützt werden sollte. Insgesamt spricht er sich für eine stärkere Verantwortung des Einzelnen aus, was immer das auch heißen mag.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Michael Opoczynski: Wunderland ist abgebrannt. München: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27618-wunderland-ist-abgebrannt_32413, veröffentlicht am 03.12.2007. Buch-Nr.: 32413 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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