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/ 11.06.2013
Ken Newman

Swiss Wartime Work Camps. A Collection of Eyewitness Testimonies 1940-1945

Zürich: Neue Zürcher Zeitung 1999; 230 S.; ISBN 3-85823-806-8
Zwischen 1940 und 1945 ließ die schweizerische Bundesregierung die rund 300000 Flüchtlinge, die illegal ins Land gekommen waren, in Arbeitslagern internieren. Obwohl diese Maßnahme seinerzeit allgemein bekannt war und in Presse und Öffentlichkeit unter verschiedenen Gesichtspunkten debattiert wurde, und obwohl viele Bürger mit Internierten innerhalb der Lager oder außerhalb bei deren Arbeitseinsatz in Kontakt kamen, sind weder die Internierungspolitik noch die Lagererfahrungen der Flüchtlinge na...
Ken Newman

Swiss Wartime Work Camps. A Collection of Eyewitness Testimonies 1940-1945

Zürich: Neue Zürcher Zeitung 1999; 230 S.; brosch., 50,- DM; ISBN 3-85823-806-8
Zwischen 1940 und 1945 ließ die schweizerische Bundesregierung die rund 300000 Flüchtlinge, die illegal ins Land gekommen waren, in Arbeitslagern internieren. Obwohl diese Maßnahme seinerzeit allgemein bekannt war und in Presse und Öffentlichkeit unter verschiedenen Gesichtspunkten debattiert wurde, und obwohl viele Bürger mit Internierten innerhalb der Lager oder außerhalb bei deren Arbeitseinsatz in Kontakt kamen, sind weder die Internierungspolitik noch die Lagererfahrungen der Flüchtlinge nach Kriegsende umfassend wissenschaftlich untersucht und erörtert worden. Durch Nachforschungen des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles im Zusammenhang mit dem ungeklärten Verbleib von Vermögenswerten jüdischer NS-Opfer in Schweizer Banken gelangten in den 90er-Jahren Berichte über menschenunwürdige Internierungs- und Arbeitsbedingungen sowie über einzelne Gesetzesverstöße des Wachpersonals gegenüber jüdischen Internierten an die Öffentlichkeit. Der Autor, als Flüchtling selbst zwischen 1942 und 1945 phasenweise in verschiedenen Lagern interniert, hat die Richtigkeit und Repräsentativität dieser Berichte angezweifelt und aus diesem Grund Anfang 1998 einen Aufruf an die ehemaligen Internierten veröffentlicht, in dem er diese zur Beschreibung und Kommentierung ihrer Erlebnisse in den Arbeitslagern aufforderte. Der Band dokumentiert 67 Briefe von Einzelpersonen aus aller Welt, die dem Autor daraufhin geantwortet haben. Die Antwortschreiben sind jeweils in ihrer Originalsprache (Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch) sowie in einer englischen Übersetzung wiedergegeben. Eingeleitet wird der Band durch eine Darstellung der o. a. Entstehungsgeschichte der Sammlung sowie einer zusammenfassenden Beurteilung des aus den Antworten abzuleitenden Bildes.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.52.312 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Ken Newman: Swiss Wartime Work Camps. Zürich: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12595-swiss-wartime-work-camps_15056, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 15056 Rezension drucken
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