/ 11.06.2013
Heinz Heinrich Meyer
Kriegsgefangene im Kalten Krieg. Die Kriegsgefangenenpolitik der Bundesrepublik Deutschland im amerikanisch-sowjetischen Machtkampf von 1950 bis 1955. Hrsg. von Hein Mayer
Osnabrück: Biblio Verlag 1998; 375 S.; ISBN 3-7648-2491-3Meyer, selbst Kriegsgefangener von 1942 bis 1955 in Russland, hatte seine Arbeit als Dissertationsschrift konzipiert, konnte sie aber vor seinem Tode nicht mehr vollständig überarbeiten. Daher fehlt der Schrift eine konsequent durchgehaltene Fragestellung. Sie gleicht mehr einer umfangreichen Materialsammlung, als dass sie ein abgeschlossenes Werk ist. Seine Zitate und gefundenen Quellen sind historiografisch interessant und regen zur weiteren Recherche an. Doch mittlerweile wurde das Themenfeld...
Heinz Heinrich Meyer
Kriegsgefangene im Kalten Krieg. Die Kriegsgefangenenpolitik der Bundesrepublik Deutschland im amerikanisch-sowjetischen Machtkampf von 1950 bis 1955. Hrsg. von Hein Mayer
Osnabrück: Biblio Verlag 1998; 375 S.; geb., 68,- DM; ISBN 3-7648-2491-3Meyer, selbst Kriegsgefangener von 1942 bis 1955 in Russland, hatte seine Arbeit als Dissertationsschrift konzipiert, konnte sie aber vor seinem Tode nicht mehr vollständig überarbeiten. Daher fehlt der Schrift eine konsequent durchgehaltene Fragestellung. Sie gleicht mehr einer umfangreichen Materialsammlung, als dass sie ein abgeschlossenes Werk ist. Seine Zitate und gefundenen Quellen sind historiografisch interessant und regen zur weiteren Recherche an. Doch mittlerweile wurde das Themenfeld "Kriegsgefangenschaft" aus politikwissenschaftlicher Sicht eingehender und systematischer analysiert. Auch gehört das Thema nicht mehr zur "tabuisierten Lücke der deutschen Zeitgeschichtsschreibung" (16). In der Beurteilung der Fakten und Fundstellen schimmern bei Meyer bisweilen die persönlichen Erfahrungen während der Gefangenschaft durch, wodurch sein Urteil zwar nicht abgewertet wird, was aber seine Arbeit teilweise schwer les- und interpretierbar macht. Das Zitat eines Kameraden von Meyer kann wohl als Leitmotiv seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung gelten: "Wir widerrechtlich und pauschal verurteilten Kriegsgefangenen waren Faustpfänder im Spiel der Mächtigen." (373)
Inhalt: 1. Die deutschen Kriegsgefangenen 1945; 2. Wiederbewaffnung und Kriegsgefangene; 3. Die Bundesrepublik Deutschland und die verurteilten Kriegsgefangenen; 4. Initiativen zu den Vereinten Nationen; 5. Die Kriegsgefangenenfrage im Kalten Krieg; 6. Rotes Kreuz und Kriegsgefangene; 7. Bundesregierung und Kriegsopferverbände; 8. Sowjetnoten und Generalvertrag; 9. Die Ad-hoc-Kommission für Kriegsgefangenenfragen; 10. Das Deutsche Rote Kreuz 1952; 11. Rotes Kreuz und Bundesregierung; 12. Das Japanische Rote Kreuz verhandelt mit dem Chinesischen Roten Kreuz über die japanischen Kriegsgefangenen; 13. Weltweite diplomatische Aktion, internationale Initiativen der Kriegsopferverbände. Erster Staatsbesuch Adenauers in den USA; 14. Das DRK und der VdH nach dem Staatsbesuch Adenauers in Washington; 15. Die Entlassungen 1953; 16. Die Kriegsgefangenenfrage in der internationalen Politik 1953-1954; 17. Der Briefwechsel zwischen Deutschem und Sowjetischem Roten Kreuz; 18. Ökumenische Begegnungen in Moskau und die Kriegsgefangenen; 19. Kirchliche Bemühungen um Hilfen für die Kriegsgefangenen; 20. Die Diskrepanz zwischen Kriegsgefangenen- und Ost-West-Politik; 21. Einladung nach Moskau; 22. Zentral-Komitee der KPdSU beschließt die Freilassung aller verurteilten Deutschen; 23. Die Moskauer Konferenz; 24. Keine Kriegsgefangenen - nur kriminelle Elemente; 25. Die Krise; 26. Keine Übereinstimmung; 27. Die kalkulierte Abreiseorder; 28. Das Ehrenwort.
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.313
Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Heinz Heinrich Meyer: Kriegsgefangene im Kalten Krieg. Osnabrück: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12560-kriegsgefangene-im-kalten-krieg_15016, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15016
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Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
CC-BY-NC-SA