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/ 11.06.2013
Peter Prechtl

Descartes zur Einführung

Hamburg: Junius 2000 (Zur Einführung 126); 174 S.; ISBN 3-88506-926-
Was Newton für die modernen Naturwissenschaften ist, ist Descartes für die Philosophie. Mit seinem methodischen Zweifel an aller sinnlichen Erkenntnis beginnt der "philosophische Diskurs der Moderne", wie Habermas ihn genannt hat. Prechtl konstatiert im Vorwort, dass die Bedeutung Descartes in keinem Verhältnis zu dem Wissen steht, das sich gemeinhin mit seinem Namen verbürgt. Über das berühmte Zitat "cogito ergo sum" hinaus, das zum Repertoire sogar derer gehört, die sich sonst kaum für Philoso...
Peter Prechtl

Descartes zur Einführung

Hamburg: Junius 2000 (Zur Einführung 126); 174 S.; brosch., 24,80 DM; ISBN 3-88506-926-
Was Newton für die modernen Naturwissenschaften ist, ist Descartes für die Philosophie. Mit seinem methodischen Zweifel an aller sinnlichen Erkenntnis beginnt der "philosophische Diskurs der Moderne", wie Habermas ihn genannt hat. Prechtl konstatiert im Vorwort, dass die Bedeutung Descartes in keinem Verhältnis zu dem Wissen steht, das sich gemeinhin mit seinem Namen verbürgt. Über das berühmte Zitat "cogito ergo sum" hinaus, das zum Repertoire sogar derer gehört, die sich sonst kaum für Philosophie interessieren, sei von dem französischen Rationalisten nicht allzu viel bekannt. Der Einführungsband könnte dem Abhilfe verschaffen: In enger Anlehnung an die wohl wichtigste Schrift Descartes', die "Meditationen", rekonstruiert Prechtl verständlich nachvollziehbar den modernen Erkenntniszweifel, der in die Privilegierung rationaler Erkenntnis und in den Leib-Seele-Dualismus einmündet. Deutlich scheidet der Autor die von Descartes aufgeworfenen erkenntnistheoretischen Fragestellungen, die größtenteils bis heute relevant sind, von seinen - inzwischen überholten - Antworten. Nicht in der Überzeugungskraft seiner Lösungsvorschläge liege die eigentliche Bedeutung des Franzosen. Sein Stellenwert als Klassiker der Philosophie zeige sich vielmehr gerade darin, "dass in den Überlegungen Descartes' ein Problemstand formuliert wurde, der auf positive oder negative Weise in weiterführende Argumentationen Eingang gefunden hat" (9). Aus dem Inhalt: 1. Leben und philosophische Entwicklung; 2. Zwei Wege zur Erkenntnis; 3. Streitpunkt: Der Stellenwert der Ideen; 4. Bewusstsein - Materie – Dualismus: ein cartesisches Paradigma; 5. Essenzialismus und methodologischer Reduktionismus; 6. Kritik am Cartesianismus.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.32 Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Peter Prechtl: Descartes zur Einführung Hamburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12198-descartes-zur-einfuehrung_14564, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14564 Rezension drucken
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