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/ 20.06.2013
Robert Grünewald

Medienordnung und Bundesstaat. Zur Medienpolitik der CDU in der Konstituierungsphase der Bundesrepublik Deutschland 1949-1969

Berlin: Vistas 2005; 334 S.; 25,- €; ISBN 3-89158-405-9
Kommunikationswiss. Diss. Mainz; Gutachter: J. Wilke. – Weder die gesamte Medienpolitik der CDU steht in dieser Arbeit auf dem Prüfstand noch die zur SPD gegensätzlichen Positionen. Der Autor, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Archiv der CDU der Konrad-Adenauer-Stiftung, fragt stattdessen aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht, „ob die medienpolitischen Ansätze der Bundes-CDU eine bessere, weil freiheitlichere Lösung in Aussicht zu stellen vermochten als die bestehende föderalistische Ordnung“ (30). Er beschreibt gesamtstaatliche und föderale Ordnungsvorstellungen, die beide in der CDU vorhanden waren, und erläutert die Einwirkungen der Bundes-CDU auf die Medienordnung der Bundesrepublik. In den untersuchten Zeitrahmen fällt das so genannte Erste Fernsehurteil von 1961, mit dem das Bundesverfassungsgericht entgegen den Absichten von Bundeskanzler Adenauer die föderale Medienordnung stärkte und einen in die Verantwortlichkeit des Bundes fallenden Fernsehsender verbot. Auch und gerade mit Blick auf diesen gescheiterten Versuch Adenauers und der CDU-Bundespartei, ihre medienpolitischen Ziele durchzusetzen, bezweifelt Grünewald Feststellungen, wonach die CDU allein aus parteipolitischen Erwägungen gehandelt habe. Da der Autor aber gerade diese parteipolitischen Aspekte ausgeklammert wissen möchte, ist seine Analyse aus politikwissenschaftlicher Sicht unvollständig.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3312.3332.313 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Robert Grünewald: Medienordnung und Bundesstaat. Berlin: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24798-medienordnung-und-bundesstaat_28668, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28668 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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