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SIRIUS: Analyse


Der neue (Kalte?) Krieg
Das russische Ultimatum vom Dezember 2021 und die Folgen für die westliche Allianz

Eine Analyse von Hannes Adomeit und Joachim Krause


Cover Heft 2 2022

Mit der Veröffentlichung zweier Ultimaten an die USA und die NATO wolle Russland eine grundlegende Veränderung der sicherheitspolitischen Ordnung erzwingen und sei – wie der Überfall auf die Ukraine gezeigt habe – fest entschlossen, seine Vorstellungen auch mit militärischer Gewalt durchzusetzen, so die Autoren. Dieser bewaffnete Konflikt habe nicht nur eine spezifisch russisch-ukrainische Dimension: Er markiere den Beginn des zweiten Kalten Kriegs in Europa, und es sei nicht sicher, ob er dieses Mal „kalt“ bleiben werde. Die russische Führungsclique habe sich in ein Bild der Rolle Russlands in Europa hineingesteigert, das zwar aus der Zeit gefallen scheine, angesichts der russischen Militärpotenziale aber die westliche Staatengemeinschaft zwinge, sich mit der russischen Herausforderung auseinanderzusetzen. Noch seien die Konturen des kommenden Kalten Kriegs nicht klar erkennbar, doch es würden sich bereits Faktoren und Dynamiken identifizieren lassen, die ihn strukturieren werden, schreiben Hannes Adomeit und Joachim Krause weiter.

 

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Rezension

Mychailo Wynnyckyj

Der Maidan der Ukraine.
Russlands Krieg. Chronik und Analyse der Revolution der Würde


Eine Rezension von Wilhelm Johann Siemers

„Ukraine matters“, so lautet die zentrale Botschaft von Mychailo Wynnyckyis Monografie „Ukraine´s Maidan, Russia´s War“. Hierin beschreibt der Autor aus der Perspektive des ‚teilnehmenden Beobachters‘ die Proteste, die 2013/14 den damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch aus dem Amt vertrieben. Wilhelm Johann Siemers‘ Rezension des Buches stellt die enorme Bedeutung, die Wynnyckyi dem Aufstand beimisst, heraus: Er erscheint als Zeichen eines profunden Wandels in der politischen Kultur des Landes, der von Russland bekämpft werde und gleichzeitig den Westen nicht kalt lassen dürfe. (lz)

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Doppelrezension

 

Probleme in demokratischen Systemen
Ursachen für ihre Transformation in Autokratien

Eine Doppelrezension von Max Lüggert

 
In seiner Doppelrezension bespricht Max Lüggert mit „After Democracy“ von Zizi Papacharissi und „Popular Dictatorships“ von Aleksandar Matovski zwei Bücher, die sich mit der Demokratie und ihren Herausforderungen beschäftigen. „After Democracy“ komprimiert persönliche Gespräche, die Papacharissi in verschiedenen Ländern mit Menschen zum Thema Demokratie und Staatsbürgerschaft geführt hat,What is a Dictatorship Gerd Altmann PixabayFoto: Gerd Altmann / Pixabay in einem Buch. Der Fokus liegt auf den Unzulänglichkeiten, die Befragte in „ihren“ Demokratien feststellen und möglichen Verbesserungsmöglichkeiten. Der Rezensent lobt das Buch als „ein Kaleidoskop unterschiedlicher Ansichten, Erfahrungen und Überzeugungen“. „Popular Dictatorships“ befasst sich mit der Transformation von Demokratien zu autokratischen Systemen und den Gründen für die innere Stabilität solcher „Wahlautokratien“. Sein zentrales Argument lautet dabei, dass es in solchen Systemen weiterhin einen „realen, aber unfairen politischen Wettbewerb“ gebe und die Machthaber trotz Repressionen auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung zurückgreifen könnten. Der Grund hierfür liege in der Präferenz der Bevölkerung für Stabilität anstelle von politischen Freiheiten. Dies sei insbesondere in Phasen der Krisen und Umbrüche zu beobachten, wie Matovski am Fallbeispiel Russland anschaulich und überzeugend illustriert. (dk)

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Rezension

Annika Brockschmidt

Amerikas Gotteskrieger
Wie die Religiöse Rechte die Demokratie gefährdet

 

Eine Rezension von Volker Stümke

 

Annika Brockschmidt porträtiert die Religiöse Rechte in den USA – ein Sammelbecken, das extreme politische Rechte, christliche Evangelikale und wirtschaftsliberale Kräfte umfasse, so Rezensent Volker Stümke. Sie verbinde die Überzeugung von der „White Supremacy“. Deren Protagonist*innen, Organisationen (vom Ku-Klux-Klan bis zur Tea-Party-Bewegung) und Argumente werden vorgestellt. Es handele sich um eine politische, keine rein religiöse Bewegung, die einen christlichen Nationalismus vertrete. Für die Autorin sei der Sturm auf das Kapitol als Reaktion auf die Wahlniederlage Donald Trumps keine Überraschung gewesen. (ste)

 

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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Rezension

Ursula Münch / Heinrich Oberreuter / Jörg Siegmund (Hrsg.)

Komplexe Farbenlehre
Perspektiven des deutschen Parteiensystems im Kontext der Bundestagswahl 2017


Eine Rezension von Oscar Gabriel

Dieser Tagungsband liefere Anstöße für eine Diskussion über die Zukunftsperspektiven des deutschen Parteiensystems nach den Bundestagswahlen 2017, schreibt Rezensent Oscar Gabriel. So werde unter anderem das Wahlergebnis analysiert, etwa die Tatsache, dass die Parteien der Mitte geschwächt, die Flügelparteien hingegen und der Ost-West-Gegensatz im Wählerverhalten gestärkt worden seien. Gefragt werde nach den Gründen des langwierigen Regierungsbildungsprozesses. Gabriel moniert die Heterogenität der Beiträge, es fehle eine schlüssige Konzeption, die alle Autor*innen hätten umsetzen können. (ste)

 

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