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Thema: De-Radikalisierung in der arabischen Welt

Einmal ein Terrorist, immer ein Terrorist?
De-Radikalisierungsprogramme im Nahen und Mittleren Osten

Panzer mit Marktstand„Once a terrorist, always a terrorist“ – diese pauschale Aussage ist so griffig wie falsch, wie Erfahrungen mit Programmen der De-Radikalisierung zeigen. Schätzungsweise 100.000 islamistische Radikalisierte und Terroristen sind in Gefängnissen überall auf der Erde inhaftiert, größtenteils im Nahen und Mittleren Osten sowie in Südostasien, von den Mitgliedern der unzähligen aktiven terroristischen Organisationen ganz zu schweigen: Diese Extremisten zu de-radikalisieren, ihre hearts and minds zu erreichen, um sie möglicherweise erfolgreich in die Gesellschaft zu reintegrieren, gehört unzweifelhaft zu den größten Herausforderungen unserer heutigen Zeit im Kampf gegen Terror und Extremismus. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurden in vielen Ländern der arabischen Welt De-Radikalisierungsprogramme aufgelegt. Sie basieren auf der Annahme, terroristischer, extremistischer oder islamistischer Radikalisierung wirkungsvoll begegnen zu können. Führen Maßnahmen, die auf eine ideologische Umerziehung im Sinne einer tatsächlichen De-Radikalisierung zielen, aber tatsächlich zum Erfolg? Alexander Gilbert gibt einen Überblick über bestehende Programme im Nahen und Mittleren Osten, stellt die wissenschaftliche Arbeit führender Experten auf dem Gebiet der De-Radikalisierungsforschung vor und skizziert auf dieser Basis den Stand der Forschung.
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Rezension

Schutz und Freiheit?
Staatsbürgerschaft in Europa

Gosewinkel Schutz und Freiheit Staatsbrgerschaft in Europa Für jedes politische Gemeinwesen stellt sich grundlegend die Frage nach der Zugehörigkeit. Bevor sich politische Institutionen, Angelpunkte staatlicher Gewalt und rechtliche Grundlagen wirksam materialisieren können, ist zu klären, welche Personen überhaupt als Mitglieder eines Gemeinwesens gelten. Dies geschieht seit der politischen Moderne meistens über die rechtliche Figur der Staatsbürgerschaft. Dieter Gosewinkel legt ein umfassendes Werk vor, in dem er die Entwicklung der Staatsbürgerschaft in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten rekonstruiert.

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Vorschau auf das Thema: China und die globalisierte Welt

Der Fluch des Reichtums
Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas

Der Originaltitel „Looting Machine“ zeigt an, dass es nicht um die Analyse eines Mysteriums geht, sondern um eine „Maschine“ im Sinne eines Mechanismus, der bewusst initiiert wird. Tom Burgis Der Fluch des ReichtumsDass der Reichtum Afrikas an Ressourcen zugleich das Verhängnis ist, das viele in Armut und Bürgerkrieg leben lässt, ist also kein unabwendbares Schicksal, wie Tom Burgis zeigt, sondern das Ergebnis einer Politik, in der sich die Gier weniger (auf der afrikanischen Seite) und der Eigennutz vieler (erst in den westlichen Industrieländern, nun auch in China) miteinander vermengen. Burgis, Auslandsreporter der Financial Times und lange ihr Westafrika-Korrespondent, legt eine gründliche Analyse vor, die vor allem auf eigenen Recherchen in Angola, Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und Guinea  gestützt ist, für die aber auch Untersuchungen der UN und der Weltbank sowie von US-amerikanischen und britischen Ermittlungsbehörden herangezogen worden sind. Sein Buch ist dabei an einer Zeitenwende erschienen: Der Einfluss der ehemaligen Kolonialmächte und anderer Länder des Nordens wird zurückgedrängt durch das erstarkende Engagement der Volksrepublik China. Die westliche Kritik daran hält er zwar für Heuchelei, dennoch ist sein Buch eine Mahnung vor neuen Ungerechtigkeiten.

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Thema: Donald Trump

Eine Charakterstudie
Keine Pluspunkte zu finden

Die Biografie und vor allem das Geschäftsgebaren Donald Trumps haben bereits vor dessen Wahlsieg dem Pulitzer-Preisträger David Cay Johnston als Grundlage gedient, um dessen Persönlichkeit zu enthüllen. Nach der Maxime „Handeln ist Charakter“ (so der Schriftsteller Francis Scott Fitzgerald) kommt er zu dem Schluss, dass Trump für das Amt des US-Präsidenten gänzlich ungeeignet ist – als Vermieter habe er Afroamerikaner diskriminiert, in seinen Firmen den Arbeitsschutz ignoriert und die Arbeiter um ihren Lohn betrogen.

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Die Annotierte Bibliografie

Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweitere Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Aus den Denkfabriken

Interessen und Werte
Reflexion vor Afrika-EU-Dialog

In Vorbereitung des nächsten Afrika-EU-Dialogs, der im November 2017 stattfinden wird, haben sich in Wien Experten getroffen. Als Ergebnis der Diskussion hebt Geert Laporte vom European Centre for Development Policy Management (ECDPM) die zentrale Bedeutung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte hervor. Die EU müsse sich gerade angesichts von Globalisierung und Migrationsbewegungen selbst vergewissern, dass diese drei Themen ein Kernelement ihrer Außenpolitik bleiben – Interessen und Werte seien zwei Seiten einer Medaille.

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