/ 04.06.2013
Ludwig von Mises
Die Bürokratie
Sankt Augustin: Academia Verlag 1997 (Klassiker der Freiheit 3); 128 S.; 18,- DM; ISBN 3-89665-026-2Von Mises zählt zu den prominenten Vertretern der österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren wirtschaftsliberale Lehre die Ökonomie bis in unsere Tage prägt. Von Mises emigrierte 1934 zunächst in die Schweiz und 1940 in die USA. Er hat als ökonomischer Lehrer so nicht nur europäische, sondern auch amerikanische Ökonomen beeinflußt. In seinen theoretischen Arbeiten zur Volkswirtschaftslehre, wie Die Nationalökonomie (1940), argumentiert er für die freie Entfaltung der Marktkräfte, also gegen jeglichen öffentlichen Interventionismus und Regularismus.
Mit Die Bürokratie von 1944 liegt jetzt erstmals einer seiner Klassiker in deutscher Sprache vor. Hier wendet von Mises sich dem Problem des regulativen Staates zu. Während einerseits alle Bürger die sozialen Leistungen, die ein politisches System erbringt, befürworten, sind die gleichen Bürger mit dem Anwachsen und der Unkontrollierbarkeit der Bürokratie nicht einverstanden. Dabei bedingt aber das Wachstum staatlicher Pflichten die Ausbreitung der Bürokratie, die nicht produktive Aufgabenerfüllung erbringt. Deren Leistungen lassen sich aber auf keine Weise rechnerisch ermitteln, wie sich etwa der Unternehmergewinn als Ausdruck von dessen Leistung feststellen läßt. Deshalb sei jede Form des Sozialismus sowohl innerhalb marktwirtschaftlich organisierter als auch kommunistischer Systeme abzulehnen. Staatliche Lenkung sei auf ein Minimum zu beschränken, wolle man die Freiheit und Demokratie erhalten.
Patricia Bauer (PB)
Dr., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.21 | 2.262 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Patricia Bauer, Rezension zu: Ludwig von Mises: Die Bürokratie Sankt Augustin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4345-die-buerokratie_6119, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6119
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Dr., Politikwissenschaftlerin.
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