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/ 22.06.2013
Ursula J. van Beek (Hrsg.)

Democracy under scrutiny. Elites, citizens, cultures

Opladen/Farmington Hills: Barbara Budrich Publishers 2010; 334 S.; 36,- €; ISBN 978-3-86649-306-3
„The starting premise of the study is the belief that the sharing of values builds bridges between the elites and the citizens, and that the closer the convergence of democratic values between them, the greater the potential for the strengthening of those democratic values and the quality of democracy in general” (15), schreibt die an der Universität Stellenbosch in Südafrika lehrende Herausgeberin in ihrer Einführung zu diesem Band. Er resultiert aus einem internationalen Forschungsprojekt. In dessen Rahmen wurden die Wertvorstellungen von Eliten aus Parlament und Medien mit denen der sogenannten Normalbevölkerung eines Landes verglichen, um Rückschlüsse auf die Entwicklung der jeweiligen Demokratie ziehen zu können. Länderbeispiele sind Südafrika, Südkorea, Chile, Polen, die Türkei, Deutschland und Schweden. Es handelt sich dabei sowohl um ältere als auch um jüngere Demokratien, die sich nicht nur im Hinblick auf ihre demokratische Entwicklung, sondern auch in Bezug auf ihre Kultur und Geschichte fundamental voneinander unterscheiden. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Deutschland und Schweden die am weitesten entwickelten demokratischen Strukturen aufweisen. Ein weiterer Analyseschwerpunkt liegt auf dem Weg der untersuchten Staaten hin zur Demokratie, der in Schweden und Deutschland sehr unterschiedlich verlaufen sei. So sei Schweden relativ unbeschädigt aus dem Dreißigjährigen Krieg und den beiden Weltkriegen hervorgegangen. Deutschland hingegen habe sich im Zentrum jedes dieser Kriege befunden und die Demokratie des Landes sei erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von den alliierten Siegermächten eingeführt worden. Dennoch seien die Demokratien in beiden Ländern heute stabil. Einen weiteren wichtigen Einflussfaktor sehen die Autoren in der Sozioökonomie. So begünstigten gesicherte soziale und materielle Lebensumstände die Entwicklung ausdifferenzierter und stabiler Demokratien. Vor dem Hintergrund einer immer unsicherer verlaufenden globalen Dynamik verstehen sie die Stärkung der weltweiten demokratischen Entwicklung als die Herausforderung der Zukunft.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.22.222.232.24 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Ursula J. van Beek (Hrsg.): Democracy under scrutiny. Opladen/Farmington Hills: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32740-democracy-under-scrutiny_39103, veröffentlicht am 21.09.2010. Buch-Nr.: 39103 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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