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/ 06.06.2013
Michael May

Demokratiefähigkeit und Bürgerkompetenzen. Kompetenztheoretische und normative Grundlagen der politischen Bildung

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007 (Studien zur Schul- und Bildungsforschung 26); 310 S.; brosch., 34,90 €; ISBN 978-3-531-15271-4
Sozialwiss. Diss. Halle-Wittenberg 2006; Gutachter: S. Reinhardt, H. Wenzel. – Im Mittelpunkt aktueller Forderungen nach einer Professionalisierung von Lern- und Bildungsprozessen steht die Debatte über nachprüfbare, fachspezifische Bildungsstandards als Konkretisierungen von allgemeinen Kulturtechniken. Der Autor geht davon aus, dass in vorliegenden Fachexpertisen zwar weitgehender Konsens über allgemeine Ziele und Bürgerleitbilder bestehe, dennoch fehle bislang eine „empirisch fundierte kompetenztheoretische Fachdidaktik politischer Bildung“ (17). Forschungsdefizite stellt May dabei nicht nur hinsichtlich ausstehender empirischer Studien zur weiteren Ausdifferenzierung und Überprüfung bereits vorgeschlagener Kompetenzsets vor, sondern auch aufgrund deren unzureichender theoretisch-normativer Begründung und domänenspezifischer Kontextualisierung. Ausgehend von dem Spannungsfeld zwischen „sozialer Integration und individueller Verwirklichung“ (14) identifiziert May als Domäne die „politisch-demokratische Kompetenz“ (80) und leitet diese unter Rückgriff auf die pragmatische Erkenntnistheorie Deweys her. In weiteren Schritten werden demokratische Politik als „kooperatives Problemlösehandeln“ (101) demokratietheoretisch aufgeklärt und Konsequenzen zur „Konkretisierung von politisch-demokratischer Kompetenz“ (199) gezogen. May führt schließlich die bereits bestehenden Kompetenzsets zu einem erweiterten schlüssigen Gesamtkonzept zusammen und fragt für die sechs übergeordneten Kompetenzen, inwieweit diese „in verschiedenen sozialen Kontexten variieren“ (212). Die Arbeit beansprucht nicht, ein abgeschlossenes Kompetenzmodell der politischen Bildung vorzulegen, sondern versteht sich vielmehr als „normativ-theoretische“ Studie „in konzeptioneller und empirischer Absicht“ (72), die Grundlagen für weitere Operationalisierungen und empirische Überprüfungen schafft, deren mögliche Strategien abschließend angedeutet werden.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Michael May: Demokratiefähigkeit und Bürgerkompetenzen. Wiesbaden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9016-demokratiefaehigkeit-und-buergerkompetenzen_31631, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 31631 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA