/ 05.06.2013
Johano Strasser
Wenn der Arbeitsgesellschaft die Arbeit ausgeht
München/Zürich: Pendo Verlag 1999; 143 S.; geb., 26,- DM; ISBN 3-85842-332-7Strasser fügt den zahllosen Werken über die Zukunft der Arbeit und das vielfach prognostizierte Ende der Arbeitsgesellschaft ein weiteres hinzu, das stärker literarischen denn wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, und spannt hierbei den Bogen von Hannah Arendt zu Jeremy Rifkin, von der Befreiung vom "Joch der Arbeit" (11) zum "postmarktwirtschaftlichen Zeitalter" (135). Der Autor skizziert in knappen Zügen die Bedeutung von Arbeit in früheren Gesellschaften und heute sowie die Auswirkungen der globalisierten Wirtschaft auf den Arbeitsmarkt unter den Bedingungen von Wachstum und Rationalisierung. Die fortschreitende Verkürzung der Arbeitszeit und die damit einhergehende zunehmende Bedeutung der Aufgabenverteilung innerhalb der Familie sowie der hohe Stellenwert ehrenamtlicher Tätigkeit und kultureller Aktivitäten befördert die Entwicklung von der lebenslangen Ausübung nur eines Berufes hin zu einem wechselvollen Leben zwischen Arbeits-, Familien-, Bildungs- und Freizeitphasen. Zwischen den Verfechtern von Vollbeschäftigung einerseits und den Protagonisten des Dritten Sektors andererseits propagiert der Autor die Idee einer Verkürzung der Arbeitszeit zur gerechteren Verteilung von Arbeit bei gleichzeitiger sinnvoller Beschäftigung in der gewonnenen Freizeit. Die Frage nach der Zukunft der Arbeitsgesellschaft ist hier unterhaltsam und fundiert aufbereitet; der wissenschaftlich arbeitende Leser ist jedoch auf die Lektüre von Werken der o. g. Autoren im Original angewiesen.
Christian Schütze (ChS)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.342
Empfohlene Zitierweise: Christian Schütze, Rezension zu: Johano Strasser: Wenn der Arbeitsgesellschaft die Arbeit ausgeht München/Zürich: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8159-wenn-der-arbeitsgesellschaft-die-arbeit-ausgeht_10773, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10773
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