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/ 03.06.2013
Christian Striefler / Wolfgang Templin (Hrsg.)

Von der Wiederkehr des Sozialismus. Die andere Seite der Wiedervereinigung

Berlin/Frankfurt a. M.: Ullstein 1996; 320 S.; 39,90 DM; ISBN 3-550-07075-6
"Trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeit - unter den politisch aktiven Autoren finden sich CDU- und FDP-Mitglieder ebenso wie Sozialdemokraten und Bündnisgrüne - eint die Autoren aus Ost- und Westdeutschland die Tatsache, daß sie nicht erst nach 1989 die DDR als Unrechtsregime gebrandmarkt haben. [...] Alle Autoren befürchten, daß die Beschäftigung mit der DDR-Vergangenheit allzu rasch ins Stocken geraten ist." (13 f.) Unter diesem Eindruck ist eine Sammlung von Aufsätzen entstanden, welche sich zum Ziel setzt, "die offensive Delegitimierung der zweiten deutschen Diktatur weiter zu treiben" (14). Dabei wird das analytische Problem derartiger "Vergangenheitsbewältigung" (14): die essayistische Instrumentalisierung abgeschlossener Geschichtsurteile zur vergleichenden politischen Bewertung der Gegenwart herzunehmen, nicht immer überzeugend reflektiert und gelöst. Inhalt Christian Striedler: Von der Wiederkehr des Sozialismus. Die andere Seite der Wiedervereinigung. Eine einleitende Betrachtung (7-21); Manfred Wilke: Restauration oder Integration? (22-52); Patrick Moreau: Linksextremistisches Gefährdungspotential im geeinten Deutschland (53-66); Günter Nooke: Aufklärung und Verklärung (67-93); Rudolf Wassermann: Keine Reue, keine Schuld, keine Erneuerung? Der Rechtsstaat und das SED-Unrecht (94-111); Stephen Heitmann: Vergeben - ja, vergessen - nein! Eine Amnestie von SED-Unrecht wäre ein Geburtsfehler des wiedervereinigten Deutschland (112-127); Marko Martin: Immer im Kreis. Ein äußerst subjektiver Spaziergang durch die Irrgärten des Ressentiments (128-153); Uwe Lehmann-Brauns: Eine geistig verdünnte Institution. Die Akademie der Künste (154-165); Arnold Vaatz: Ein Streit. Dokumentation einer halböffentlichen Debatte (166-191); Gerhard Besier: "Gnadenakt"? Der Fall Klaus-Reiner Latk vor und nach der "Wende" oder: "Kirche im Sozialismus" (192-213); Rainer Eckert: Straßenumbenennung. Revolutionsforderung oder Ausdruck westlicher Kolonisierung? (214-229); Rainer Zittelmann: Vom antiautoritären zum antifaschistischen Geschichtsbild. Die Debatten zum 50. Jahrestag des 20. Juli 1944 und des 8. Mai 1945 (230-252); Sabine Meck / Sabine Gries / Dieter Voigt: DDR-Juristen im Dienst von MfS und Kirche (253-288); Jürgen Braun: Die ewigen Störenfriede? Menschenrechtsgruppen und der SED-Staat (289-311).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.3132.35 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Christian Striefler / Wolfgang Templin (Hrsg.): Von der Wiederkehr des Sozialismus. Berlin/Frankfurt a. M.: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1469-von-der-wiederkehr-des-sozialismus_1666, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 1666 Rezension drucken
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