/ 05.06.2013
Werner Hübinger / Udo Neumann
Menschen im Schatten. Lebenslagen in den neuen Bundesländern. Hrsg. vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V. und Deutschen Caritasverband e. V.
Freiburg i. Br.: Lambertus 1998; 248 S.; kart., 33,- DM; ISBN 3-7841-1121-1"Die empirische Basis dieses Berichts [...] ist die 'Lebenslagenuntersuchung für die neuen Bundesländer', eine im Mai 1996 durchgeführte umfassende Befragung von Klient/-innen in [824] ausschließlich ostdeutschen Einrichtungen von Diakonie und Caritas. Die Lebenslagenuntersuchung wurde nach dem Vorbild der Caritas-Armutsuntersuchung von 1991/93 konzipiert" (141). Im Gegensatz zu dieser werden hier verschiedene Formen von Unterversorgung und Benachteiligung betrachtet, z. B. hinsichtlich Bildung, Beschäftigung, Wohnen, Verschuldung, sozialer Partizipation, Integration, Gesundheit, Wohlbefinden. "Armut wird [...] als eine mögliche Form sozialer Ausgrenzung behandelt." (15) Die Studie greift auf zwei Wohlfahrtsverbände zurück und stellt die bislang größte Stichprobe unterer Schichten in den neuen Bundesländern dar (15). Insgesamt hat man 3.173 Klienten befragt, welche 38.738 Klienten repräsentieren, "die eine der beteiligten Einrichtungen im Mai 1996 aufsuchten" (16 f.). Bei den Befragten handelt es sich um 2.645 Personen in Privathaushalten, 443 Personen, die in einer Einrichtung leben (z. B. Frauenhaus, Asylbewerberheim) sowie 77 Wohnsitzlose. Im Bericht wurden dagegen ausschließlich Personen in Privathaushalten untersucht (wenn sie auch vor der Vereinigung in Ostdeutschland lebten). Als Hintergrundinformation wird in allen Kapiteln in den einleitenden Abschnitten auf die soziale Situation der Gesamtbevölkerung Ostdeutschlands Bezug genommen.
Aus dem Inhalt: Einführung: 1. Stellenwert der Lebenslagenuntersuchung für die Neuen Bundesländer. I. Sozialstruktur, Bildung und Erwerbstätigkeit: 1. Beschreibung der Sozialstruktur der Untersuchungspopulation im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung in den neuen Bundesländern; 2. Schulische Bildung und berufliche Ausbildung; 3. Erwerbstätigkeit und Erwerbsverläufe von 1990 bis 1996; 4. Arbeitslosigkeit; 5. Nichterwerbspersonen sowie Personen in Ausbildung und Fortbildung. II. Teilhabe und Teilnahme in wichtigen Bereichen: 1. Einkommen und Armut; 2. Geldvermögen und Verschuldung; 3. Wohnen; 4. Konsumgewohnheiten; 5. Subjektives Wohlbefinden, Gesundheit und Zukunftsperspektiven; 6. Soziale Beziehungen und soziale Unterstützung; 7. Politische und soziale Partizipation und Erfahrungen mit den neuen Ämtern und Behörden. III. Lebenslagen ausgewählter Gruppen. Anhang: Beschreibung von Organisation und Durchführung der Lebenslagenuntersuchung für die Neuen Bundesländer: 1. Organisatorischer und zeitlicher Ablauf der Lebenslagenuntersuchung; 2. Abgrenzung der Untersuchungspopulation und Teilnahme an der Befragung.
Petra Beckmann-Schulz (Bm)
Dr., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.325 | 2.342 | 2.37 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Petra Beckmann-Schulz, Rezension zu: Werner Hübinger / Udo Neumann: Menschen im Schatten. Freiburg i. Br.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8521-menschen-im-schatten_11222, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11222
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Dr., Politikwissenschaftlerin.
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