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/ 04.06.2013
Franz Oppenheimer

Gesammelte Schriften. Band III: Schriften zur Marktwirtschaft. Erster Teil: Nationalökonomie und Wirtschaftspolitik. Zweiter Teil: Marktwirtschaft. Hrsg. von Julius H. Schoeps, Alphons Silbermann, Hans Süssmuth in Verbindung mit Bernhard Vogt. Bearbeitet von Elke-Vera Kotowski

Berlin: Akademie Verlag 1998; X, 817 S.; geb., 198,- DM; ISBN 3-05-003156-5
Der vorläufig letzte Band der "Gesammelten" Schriften Franz Oppenheimers umfaßt fünf eigenständige Publikationen und 19 Zeitschriftenaufsätze aus den Jahren 1913-1944. Sie leisten ein dreifaches: Zunächst liefern die Schriften als Spiegel der Zeit einen historischen Einblick in eine von Kriegswirtschaft und Wirtschaftskrisen geprägte Epoche. Sodann reflektieren sie die Entwicklung der volkswirtschaftlichen Theorie zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Joseph Schumpeter bis zu John Maynard Keynes (287 ff., 427 ff.) aus der Sicht des Autors, der sein eigenes System gegen zeitgenössische Angriffe verteidigt. Schließlich dokumentieren sie die eigene Theorie Oppenheimers, die sich schleifend an den Gegenpolen Kapitalismus und Sozialismus als Modell des "Dritten Weges" konturiert. Oppenheimers Schriften gerieten in der Öffentlichkeit der Nachkriegszeit weitgehend in Vergessenheit, nicht jedoch ihr Geist. Der Oppenheimer-Schüler und spätere Wirtschaftsminister und Bundeskanzler, Ludwig Erhard, hat bei der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft den sozialen Forderungen seines Lehrers Eingang in die gesellschaftliche Realität verschafft und stets den geistigen Anteil Oppenheimers an der bundesrepublikanischen Wirtschaftsordnung betont. Aus dem Inhalt: I. Nationalökonomie und Wirtschaftspolitik: Praktische Ökonomik und Wirtschaftspolitik (1913); Zur Theorie der weltwirtschaftlichen Beziehungen (1913); Zur Geldtheorie (1914); Gemeingut und Privateigentum (1914); Kriegswirtschaft (1914); Weltwirtschaft und Nationalwirtschaft (1915); Das Bodenmonopol (1917/18); Freier Handel und Genossenschaftswesen (1918); Die neue Wirtschaft (1918); Krisis der Nationalökonomie (1919); Gemeinwirtschaft (1924); Pseudoprobleme der Wirtschaftspolitik (1925); Der Arbeitslohn (1926); Wert und Kapitalprofit (1926); Zur Möglichkeit der Konjunkturtheorie (1927); Produktivität (1926); Weltprobleme der Bevölkerung (1929); Alfred Ammons theoretische Auffassung (1929); Lohntheorie und Sozialpolitik (1929); Die ökonomische Theorie des Wertes (1931); Arbeitslosigkeit (1936); Wages and Trade Unions (1940/41); A Post-Mortem on Cambridge Economics (1943/44). II. Marktwirtschaft: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie (1938).
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.222.2622.3 Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Franz Oppenheimer: Gesammelte Schriften. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6214-gesammelte-schriften_8447, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8447 Rezension drucken
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