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/ 21.06.2013
Gerhard Besier / Francesca Piombo / Katarzyna Stokłosa (Hrsg.)

Fascism, Communism and the Consolidation of Democracy. A Comparison of European Dictatorships

Berlin: Lit 2006 (Mittel- und Ostmitteleuropastudien 2); 116 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-8258-9657-7
Vergleiche zwischen Diktaturen, ihren Herrschern oder den Praktiken ihrer Unrechtsregime führen häufig und schnell zu politischen Kontroversen. Was sicherlich zu einem großen Teil auch medialer Verstärkung zuzuschreiben ist, findet sich doch letztlich auch in der wissenschaftlichen Debatte wieder: Ist das Paradigma des Totalitarismus zum Beispiel wirklich anwendbar, wenn so elitäre Systeme wie das faschistische mit egalitären wie dem Bolschewismus gleichgesetzt werden? Doch auch für dieses Paradigma gibt es gute Gründe, etwa die Einnahme der Perspektive des Opfers eines Regimes – für das es keinen Unterschied macht, unter welchen ideologischen Vorwänden seine Entrechtung begründet wird. Mit diesem Argument wird u. a. auch einleitend zu den sieben Beiträgen zum Vergleich europäischer Diktaturen die Entscheidung für den Vergleich der Totalitarismen gerechtfertigt. Es folgen Studien zum italienischen, deutschen und ungarischen Faschismus und zum französischen Linksradikalismus in den 1920er-Jahren. Aber nicht nur länderspezifische Beiträge umfasst der Band, sondern auch thematische, etwa – außergewöhnlich, aber dennoch passend – zur Rolle der Oper in der Sowjetunion sowie im nationalsozialistischen Deutschland und faschistischen Italien. In einem weiteren interessanten Beitrag wird der Demokratische Sozialismus und seine Idee von der gesellschaftlichen Transformation analysiert – und sein Ziel, totalitäre Herrschaft zu verhindern. Auch die immer wieder diskutierte Frage des Verbots radikaler Parteien wird diskutiert. Entstanden ist der Band bei mehreren Treffen von postgraduierten Studenten aus mehreren europäischen Ländern. Deutlich wird das Element, das die europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts verbindet: Die umfassende Verwendung von Machtmitteln und –techniken. Dieser Totalitarismus unterscheidet sie von vorheriger diktatorischer Herrschaft.
Carsten Michael Nickel (CMN)
B. A., Politikwissenschaftler, wiss. Hilfskraft, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
Rubrizierung: 2.252.61 Empfohlene Zitierweise: Carsten Michael Nickel, Rezension zu: Gerhard Besier / Francesca Piombo / Katarzyna Stokłosa (Hrsg.): Fascism, Communism and the Consolidation of Democracy. Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28347-fascism-communism-and-the-consolidation-of-democracy_33377, veröffentlicht am 02.04.2008. Buch-Nr.: 33377 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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