/ 03.06.2013
Ulf Sommer
Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands. Eine Blockpartei unter der Führung der SED
Münster: agenda Verlag 1996 (agenda Geschichte 10); 360 S.; 49,80 DM; ISBN 3-929440-88-1Diss. Phil. Münster; Erstgutachter: J.-C. Kaiser. - Absicht des Autors ist es, den geringen Kenntnisstand über den innerparteilichen Zustand in der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD) nach ihrer "'Gleichschaltung'" (13) mit der SED 1952 zu erhöhen und die Basis für eine Analyse der Struktur der Partei zu liefern. Sommer möchte einen "Beitrag zur Parteien- und Herrschaftsgeschichte der DDR leisten" (13). Zu diesem Zweck nimmt er eine systematische Auswertung von Dokumenten vor, die erst nach der Wende verfügbar wurden und aus den Staats- und Parteiarchiven der ehemaligen DDR stammen, wie z. B. dem zentralen Parteiarchiv der SED oder dem Archiv des Deutschen Liberalismus in Gummersbach, in dem sich das zentrale Parteiarchiv der LDPD befindet.
Gefragt wird, inwieweit sich die LDPD dem Führungsanspruch der SED widersetzte oder aber anerkannte, welchen Verlauf die Geschichte der Partei genommen hat, nach dem Verhältnis zwischen Führung und Basis, der Verflechtung der Partei mit der SED und dem strukturellen Aufbau der LDPD.
Eines der Ergebnisse der Arbeit ist die Feststellung, daß die Unterschiede zwischen LDPD und SED "weniger in inhaltlichen Bekenntnissen" lagen, "sondern mehr in der Verantwortung für das DDR-Regime. Als abhängige Blockpartei konnte die LDPD für sich in Anspruch nehmen, die von der SED gefaßten Beschlüsse nicht entwickelt und herbeigeführt, sondern 'nur' toleriert und befürwortet zu haben." (311)
Ergänzt wird das Buch durch im Anhang befindliche Statistiken und Grafiken über die LDPD, Kurzbiographien von Liberaldemokraten sowie Daten zur Geschichte der Partei.
Aus dem Inhalt: I. Rahmenbedingungen: 2. Auf dem Weg zum sozialistischen Mehrparteiensystem. II. Hauptteil: 3. Interne Verbindungen der SED zur LDPD; 4. Die sozialistische Metamorphose der LDPD im Gefolge der 2. Parteikonferenz der SED; 5. Die LPDP auf der Suche nach einem neuen Selbstverständnis; 6. Disziplinierung und Überwachung bis zur Selbstaufgabe; 7. Die Juni-Ereignisse 1953: Ziel- und Hilflosigkeit der LDPD; 8. Der Aufstieg Manfred Gerlachs; 9. Die 'Konsolidierung' der LDPD; 10. Profilsuche der LDPD; 11. Die LDPD im Sozialismus; 12. Die LDPD zwischen Partizipation und Ohnmacht: Von den Verstaatlichungen zur Krise 1960/61; 13. Ergebnisse; 14. Ausblick: Die LDPD von 1962 - 1990.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.313 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Ulf Sommer: Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands. Münster: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2781-die-liberal-demokratische-partei-deutschlands_3660, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 3660
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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